Bild zeigt offenen Schaltschrank im Rechenzentrum mit zahlreichen Kabelsträngen

Im neuen modular aufgebauten Rechenzentrum ermöglichen Hochleistungsverbindungsleitungen die Vernetzung zahlreicher Systeme. (Foto: Andreas Drollinger)

"Die Forschung in der Medizin, an umweltschonender Energieversorgung oder modernen KI-Anwendungen erfordert enorme Rechenkapazitäten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den energieeffizienten Betrieb von Rechenzentren", berichtet das KIT in einer Meldung. Mit dem Bau eines neuen Rechenzentrums will das Institut jetzt die Voraussetzungen schaffen, um den wachsenden Bedarf an Rechenleistung zu decken und gleichzeitig die digitale Infrastruktur nachhaltiger zu gestalten.

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören für uns zusammen“, sagt Professorin Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des KIT. „Mit dem neuen Rechenzentrum schaffen wir die Grundlage für die Forschung und KI-Anwendungen der Zukunft. Gleichzeitig nutzen wir die entstehende Abwärme, um Gebäude auf dem Campus zu beheizen und optimieren den Betrieb des Rechenzentrums nach Nachhaltigkeitskriterien. So stärken wir die digitale Infrastruktur und treiben die Defossilisierung des KIT sowie andere Nachhaltigkeitsaspekte weiter voran.“

„Leistungsfähige Rechenzentren sind Voraussetzung für viele wissenschaftliche Durchbrüche und für den erfolgreichen Einsatz Künstlicher Intelligenz“, ergänzt Professor Martin Frank, Direktor des Scientific Computing Center (SCC) am KIT. „Ob bei der Entwicklung neuer Medikamente, der Erforschung des Klimawandels oder der Gestaltung nachhaltiger Energiesysteme: Ohne große Rechenkapazitäten lassen sich viele Herausforderungen nicht bewältigen.“

Die Anlage soll zunächst eine elektrische Leistung von rund 2 MW haben. "Diese Rechenleistung ermöglicht es, mehrere große wissenschaftliche Simulationen und KI-Anwendungen parallel zu betreiben. Dank modularer Bauweise und eines Stromanschlusses von bis zu 10 MW kann die Rechenkapazität bei steigendem Bedarf erweitert werden", gibt das KIT weiter an.

Tagsüber KI, nachts Simulationen

„Rechenleistung ist eine wertvolle Ressource. Unser Ziel ist deshalb ein System, das gewissermaßen mit dem Bedarf atmet“, sagt Dr. Martin Nußbaumer, ebenfalls Direktor des SCC am KIT. „Tagsüber stellt es mehr Kapazitäten für KI-Anwendungen bereit, wenn diese besonders gefragt sind. Nachts nutzt es dieselbe Infrastruktur für rechenintensive Simulationen, etwa in der Klimaforschung. So vermeiden wir ungenutzte Kapazitäten und stärken gleichzeitig mit einem gut ausgebauten KI-Angebot die digitale Souveränität durch eine intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen.“

Das Rechenzentrum soll in unmittelbarer Nähe zum Blockheizkraftwerk auf dem Campus Nord des KIT entstehen. Die bei den Rechnern entstehende Wärme soll über Wärmepumpen in das Wärmenetz des Campus eingespeist werden. "Auf diese Weise kann das Rechenzentrum künftig einen großen Teil des Wärmebedarfs der Gebäude dort decken und den Einsatz fossiler Energieträger reduzieren", wird hervorgehoben.

Die Bauarbeiten sollen schnellstmöglich beginnen und spätestens Ende 2029 abgeschlossen sein. Die ersten Rechner sollen 2030 in Betrieb gehen. Sie sollen dann bestehende Systeme des KIT ersetzen und zusätzliche Kapazitäten für datenintensive Forschung schaffen.

Das Vorhaben mit geschätzten Gesamtkosten von 24 Mio. € für den Bau wird als Teil der Schnellbauinitiative des Bundes angegeben, mit der wichtige Infrastrukturprojekte für Wissenschaft, Digitalisierung und Innovation deutlich schneller als bisher umgesetzt werden sollen.

KIT (ih)

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