Interview mit F. Plonus

Falk Plonus ist als Security Manager OT/IT bei Copa-Data erster Ansprechpartner

Falk Plonus ist als Security Manager OT/IT bei Copa-Data erster Ansprechpartner für Kunden in allen Fragen rund um Cybersecurity im OT/IT-Umfeld. In dieser Rolle unterstützt er Unternehmen bei der sicheren Gestaltung ihrer Produktionssysteme, entwickelt maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte und begleitet die Umsetzung zukunftssicherer Automatisierungslösungen. (Quelle: Ing. Punzenberger GmbH Copa-Data)

Auch für Copa-Data ist Security ein bedeutendes Thema. Welche Sicherheitsansätze verfolgen Sie in Ihrer Softwareplattform zenon?

F. Plonus: Wir verfolgen einen umfassenden Security-by-Design-Ansatz. Bereits in der Entwicklung setzen wir auf IEC-62443-4-1-konforme Prozesse. In zenon selbst bieten wir unter anderem rollenbasierte Zugriffskontrolle, Active-Directory-Integration, Audit-Trails und TLS-1.3 Verschlüsselung. Architekturkonzepte, wie Netzwerksegmentierung, Dateisignaturen sowie manipulationssichere Änderungsverfolgung, erhöhen zusätzlich die Integrität. Ergänzend lässt sich zenon als SIEM verwenden, um sicherheitsrelevante Ereignisse zu korrelieren und frühzeitig Alarm zu generieren. Das ermöglicht es unseren Kunden, auch im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Sie erwähnten, dass Sie zenon entlang der IEC 62443 entwickeln. Wie profitieren Ihre Kunden davon?

F. Plonus: IEC 62443 bildet unser Leitbild für sichere Softwareentwicklung. Die Implementierung von IEC 62443-4-1 garantiert, dass Sicherheit in jeder Phase – vom Design über das Testen bis zum Roll-out – mitgedacht wird. Kunden profitieren davon in der Praxis durch Funktionen, wie verschlüsselte Kommunikation, sichere Authentifizierung und Integritätsschutz. Über eine eigene IEC-62443-Mapping-Tabelle dokumentieren wir zudem, wie zenon spezifische Anforderungen der Norm abdeckt. Das vereinfacht Audits und zeigt auf einen Blick, wie zenon in industrielle Sicherheitsarchitekturen integrierbar ist.

KI ist aktuell ein Dauerthema und wirkt sich auch auf die Cybersecurity aus. Welche Security-Vor- und Nachteile ergeben sich durch den Einsatz von KI für Softwarehersteller und Nutzer?

F. Plonus: KI ist ambivalent: Einerseits eröffnet sie neue Möglichkeiten, etwa für die automatisierte Erkennung von Anomalien oder zur Entlastung im Security Operations Center (SOC). Andererseits nutzen Angreifer KI für hochgradig personalisierte Phishing-Mails, automatisierte Angriffsvektoren oder Deepfakes. Für Hersteller bedeutet das, KI sinnvoll, transparent und ethisch korrekt einzubinden, beispielsweise zur Erhöhung der Cyberresilienz. Gleichzeitig müssen Nutzer durch Aufklärung und sichere Schnittstellen vor KI-basierten Angriffen geschützt werden.

Sie haben kürzlich zenon Release 15 veröffentlicht. Welche neuen Sicherheitsfunktionen sind enthalten?

F. Plonus: Mit zenon 15 führen wir unter anderem eine verbesserte Verschlüsselung interner Kommunikationsprozesse ein, unterstützen erweiterte Authentifizierungsmechanismen und optimieren die Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse für forensische Analysen. Zudem wurde die Integration externer Identity Provider über OpenID Connect verbessert. Auch die Integration in bestehende, übergeordnete Security-Monitoring-Systeme wurde durch eine vorgelagerte Informationsverarbeitung optimiert. Diese Erweiterungen erleichtern es, zenon in komplexe, regulierte Sicherheitsumgebungen einzubetten.

Bitte geben Sie abschließend noch einen Ausblick: Wie wird sich die Cyberbedrohungslage bis 2028 entwickeln – und wie bereiten Sie sich und Ihre Kunden darauf vor?

F. Plonus: Wir rechnen mit einer weiter zunehmenden Professionalisierung der Angriffe, insbesondere durch KI-gestützte Malware, automatisierte Exploits und gezielte Angriffe auf Lieferketten. Die Angriffsfläche steigt durch Digitalisierung; Anforderungen werden immer komplexer. Copa-Data investiert daher gezielt in Innovation, Standardkonformität und Securitykompetenz. Wir bauen unsere Plattform nach Zero-Trust-Prinzipien aus, erweitern Sicherheitsfunktionen und beraten Kunden verstärkt zu Hardening und sicheren Betriebsmodellen. So wollen wir sicherstellen, dass unsere Anwender 2028 nicht nur regelkonform sind, sondern resilient bleiben.

zenon: Security im Fokus der industriellen Digitalisierung

Modulare Plattformen wie zenon bieten durch Secure-by-Design- und Zero-Trust-Ansatz einen umfassenden Schutz vor Datenverlust und unautorisierten Zugriffen vom OT-Bereich bis in die Cloud.

Eine wesentliche Komponente hierbei ist die integrierte SIEM-Funktion, die sicherheitsrelevante Ereignisse in Echtzeit überwacht, analysiert und zentral verwaltet. Durch die Integration können Unternehmen potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennen und ihnen entgegenwirken, wodurch die Sicherheit und Verfügbarkeit der industriellen Prozesse erheblich verbessert wird.

Die Kombination aus moderner Technologie sowie der Sensibilisierung der Mitarbeiter bildet die Grundlage für eine zukunftssichere OT/IT-Security. Die Software zenon von Copa-Data ermöglicht es Unternehmen, die Potenziale von Industrie 4.0 umfassend zu nutzen und gleichzeitig die Resilienz gegenüber Cyberbedrohungen nachhaltig zu stärken.

www.copadata.com

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