Zwei Aspekte der Datensicherheit

Gabriele Eder, Head of Manufacturing, Industrial & Automotive Germany bei Google Cloud (Quelle: Google Cloud)

Google-Cloud-Deutschland-Chef Bernd Wagner und Sandra Wagner, VP Digitalisation von Koenig & Bauer, geben auf der Hannover Messe 2023 Daumen hoch für die erfolgreiche Technologie-Partnerschaft (Quelle: Koenig & Bauer)
Auf die Frage, wie aufgeschlossen ihre Kunden bezüglich der Weitergabe ihrer Prozessdaten an die Google Cloud sind, räumt S. Wagner eine teilweise Zurückhaltung ein, versichert jedoch: „Die Cloud ist eines der sichersten Konzepte – sowohl hinsichtlich des Cyber-Security-Aspekts als auch bezüglich der Datensouveränität. Für letztgenannten Punkt haben wir gemeinsam mit Google eine Vorgabe erstellt, indem die Sicherheit der Daten für unsere Kunden in mehrfacher Hinsicht garantiert wird.“ Außerdem berichtet sie, dass die Vorteile, die sich durch die Datenauswertung innerhalb der Cloud ergeben, bei den meisten Kunden deutlich schwerer wiegen würden als die Ressentiments.
G. Eder pflichtet bei, dass die Frage nach der Datensouveränität im Fertigungsbereich oftmals ein Thema sei. Sie unterstreicht: „Die Daten sind das Eigentum des Kunden und bleiben es auch. Auf dem Weg in die Cloud werden sie verschlüsselt übertragen und in der Cloud selbst ebenfalls verschlüsselt abgespeichert. Zudem haben Kunden die Möglichkeit, eigene Verschlüsselungskonzepte darüberzulegen. Außerdem lassen wir kontinuierlich auditieren, dass Google selbst nicht auf die Daten zugreift. Diese Audit Reports stellen wir unseren Kunden auf Anfrage jederzeit zur Verfügung.“ Zum Thema Plattform-Security weist sie darauf hin: „Google selbst blickt auf mehr als 20 Jahre Cloud-Erfahrung gerade auch rund um das Thema Security zurück. Tools, Lösungen und Mechanismen, die wir selbst nutzen, stellen wir auch unseren Kunden zur Verfügung. Wir sehen uns als Partner unserer Kunden, mit denen wir gemeinsam ein auf ihren Anwendungsfall optimal zugeschnittenes Security-Konzept erarbeiten und aufsetzen. Dieses Gesamtkonzept gibt Kunden einen hohen Schutz rund um ihre wertvollen Daten.“
Welche Daten nun an der Edge und welche in der Cloud ausgewertet werden, hängt laut S. Wagner vom Use Case ab. „Im Fall eines Produktionsstopps kann eine schnelle Auswertung von Live-Daten von großer Wichtigkeit sein, sodass diese Daten besser an der Edge ausgewertet werden sollten. Geht es um Flottenmanagement ist die Datenauswertung in der Cloud die richtige Wahl. Man muss aber ganz klar sagen: Der größte Teil unserer Daten geht in die Cloud“, bestätigt sie.
Ausblick
Zur Hannover Messe hatte Google Cloud rund um seine MDE und Manufacturing Connect einige Neuerungen vorgestellt, zum Beispiel eine bessere Steuerung der OEE im laufenden Betrieb sowie Optimierungen bei der Anomalieerkennung (siehe Kastentext). „Bezüglich dieser Themen werden wir uns mit Koenig & Bauer noch einmal zusammensetzen und schauen, wie wir darauf aufbauend unsere Zusammenarbeit fortführen können“, sagt G. Eder. Und S. Wagner ergänzt: „Neben dem Ausbau unserer Analytics-Funktionen wollen wir das Thema Augmented Reality vorantreiben.“ Ferner soll der nun vorgestellte Prototyp in Zukunft in einen digitalen Zwilling überführt und Echtzeitdaten aus dem laufenden Prozess in diesen zurückgespielt werden.
„Die Integration von MDE in klassische Data Management Systems ist zukünftig noch besser verzahnt, sodass das Digital Twin Modelling weiter optimiert wird“, gibt G. Eder an und verdeutlicht: „Überall, wo die physische in einer virtuellen Welt simuliert werden kann, lassen sich Entwicklungszyklen verkürzen, Produkte schnell umdesignen usw. Dafür braucht es eine fundierte und leistungsfähige technologische Plattform, wie wir sie bereitstellen.“