Vom Gewächshaus bis zur Pharmaanlage
Nach den typischen Einsatzgebieten gefragt, nennt C. Rose beispielhaft ein Gewächshaus, in dem Temperatur und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Räumen kontinuierlich erfasst werden: Ein IO-Link-Master nimmt die Signale der Sensoren auf, TAS Edge überträgt die Werte an TAS Cloud oder ein anderes System. Dort lassen sie sich visualisieren, historisieren und bei Bedarf überwachen. „Hier wäre eine SPS überdimensioniert. Es geht zunächst um einige Messwerte, die zuverlässig zur Verfügung stehen sollen.“
C. Schmermund führt ein weiteres Beispiel aus dem Pharmabereich an mit Schwerpunkt Ventilüberwachung. „Undichte Ventile in pharmazeutischen Produktionsprozessen können erhebliche Folgen haben: Flüssigkeiten treten aus, Produkte werden verunreinigt, Anlagen müssen gestoppt und gereinigt werden. Je nach Medium entstehen zusätzliche Sicherheitsrisiken“, verdeutlicht er. Zudem weist er darauf hin, dass viele Ventile und Sensoren dank IO-Link heute bereits Diagnosedaten liefern, die auf Verschleiß oder eine bevorstehende Undichtigkeit hindeuten können. „TAS Edge kann diese Informationen an TAS Cloud oder ein anderes überlagertes System übertragen. Wird ein definierter Wert überschritten, lässt sich eine Meldung per E-Mail oder SMS auslösen. Die Instandhaltung kann das betroffene Ventil kontrollieren oder während eines geplanten Zeitfensters austauschen. Ungeplante Stillstände und Verunreinigungen lassen sich dadurch vermeiden“, erläutert C. Schmermund den Kundennutzen.
Neben Condition Monitoring und Predictive Maintenance nennen die beiden Produktmanager Qualitätssicherung und Asset Tracking als weitere zentrale Einsatzfelder.
In sechs Minuten vom Koffer bis zur Alarmmeldung
Nach der Einrichtungszeit kleiner Applikationen gefragt, erzählt C. Rose lachend: „Bei einer internen Veranstaltung hatte ich unseren Demo-Koffer mit und versprach: Ein vollständig verpacktes System aufbauen, mit der Cloud verbinden und beim Erreichen eines Grenzwerts eine E-Mail auslösen – das schaffe ich in 10 min. Ich habe 6 min gebraucht und dabei recht lange mit dem Anschließen des Netzwerkkabels verbracht.“ Die schnelle Einrichtung ist für ihn ein wichtiger Aspekt, denn: „Wird bereits für die Bereitstellung weniger Datenpunkte ein Spezialist benötigt, rechnen sich Condition-Monitoring- oder Cloudanwendungen meist erst spät. Eine klickbare Konfiguration liefert hier echte Optimierung“, lautet seine Überzeugung.
Die vier Module entlang des Maschinenlebenszyklus
Der Nutzen des TAS-Ökosystems erschließt sich besonders über den Lebenszyklus einer Maschine. In der frühen Entwicklungsphase unterstützt TAS Desktop bei Machbarkeitsuntersuchungen. Der Maschinenbauer kann Sensoren, IO-Link-Geräte oder RFID-Komponenten verbinden, ihre Daten analysieren und ihre Eignung für die Applikation überprüfen.
„Für längere Tests sind TAS Edge und TAS Cloud eine gute Lösung. Soll eine Messstelle über mehrere Tage oder Wochen beobachtet werden, lassen sich die Werte kontinuierlich erfassen und protokollieren. Der Anwender kann somit testen, ob der ausgewählte Sensor im realen Betrieb die erwarteten Ergebnisse liefert“, sagt C. Schmermund.
Im Engineering werden die Gerätekonfigurationen erstellt und gespeichert. Bei der Inbetriebnahme können sie per Stapelverarbeitung auf viele Komponenten oder Maschinen ausgerollt werden. Auch Programme für dezentrale Steuerungsfunktionen lassen sich über TAS einspielen.
„Nutzt der Kunde TAS später bei der Installation vor Ort, unterstützt ihn unsere Suite bei der Netzwerkkonfiguration und der Prüfung der angeschlossenen Geräte. Ein falsch angeschlossener Sensor oder falsche Verkabelung lassen sich schnell auffinden“, informiert C. Rose.
Im laufenden Betrieb übernehmen TAS Edge und TAS Cloud Aufgaben rund um Datenerfassung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance und Remote Service. Im After Sales kommen Firmware-Updates, Gerätetausch und die Wiederherstellung von Konfigurationen hinzu.
C. Rose stellt heraus: „Die Module sind dabei keiner einzelnen Phase fest zugeordnet. Ein Maschinenbauer kann TAS Cloud bereits während eines Testlaufs nutzen oder TAS Desktop später für Wartungsarbeiten einsetzen. Je nach Aufgabe greifen die Werkzeuge ineinander.“
TAS Mobile bringt Daten an die Maschine
Das vierte Modul befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und soll zur SPS 2026 verfügbar sein: TAS Mobile. Mit ihm werden zwei weitere wichtige Aspekte abgedeckt: Zum einen kann sich ein Smartphone oder Tablet über TAS Edge mit dem OT-Netz verbinden. „Servicetechniker erhalten damit Zugriff auf Diagnosewerte, Fehlermeldungen und visualisierte Sensordaten, ohne einen PC an der Anlage anschließen zu müssen“, so C. Schmermund.
Der zweite Anwendungsbereich betrifft Geräte mit Bluetooth-Schnittstelle. Wo früher kleine Displays und Tasten direkt am Sensor erforderlich waren, soll die Konfiguration künftig über TAS Mobile erfolgen können. „Der Anwender verbindet sich mit dem Gerät, stellt Parameter ein und kann die gemessenen Werte unmittelbar am Einbauort verfolgen“, berichtet er weiter.
Einfach mal ausprobieren
Mit der Einführung von TAS Mobile ist das TAS-Ökosystem komplett. Die Entwicklung der einzelnen Bausteine soll anschließend natürlich weitergehen. Langfristig denkt Turck über vorkonfigurierte Gesamtlösungen nach. Eine solche Lösung könnte Sensorik, Datenanbindung und Analysemodell verbinden. „Der Anwender installiert das System, sammelt über einen definierten Zeitraum historische Daten und trainiert darauf ein Modell“, wirft C. Rose einen Blick in die Zukunft.
Darüber hinaus wird an weiteren Services für TAS Edge und TAS Cloud gearbeitet. „Ein wichtiges Thema ist das automatische Back-up und Restore von Gerätekonfigurationen und Programmen“, ergänzt C. Schmermund. Und nach einer abschließenden Botschaft an Interessierte gefragt, sagt er: „Einfach selbst ausprobieren: TAS Desktop lässt sich von der Turck-Webseite herunterladen und dauerhaft kostenlos nutzen. TAS Edge kann im Demomodus zunächst zeitlich begrenzt getestet werden. So können Anwender mit einem passenden IO-Link-Master oder anderen entsprechenden Devices direkt prüfen, wie schnell sie zur ersten Anwendung gelangen.“
Sehen Sie auch das Video mit einer Live-Demo hier:
https://www.youtube.com/watch?v=-Sg3wDteRKU

