Mit der IIoT-Plattform moneo von ifm behalten Anwender den Gesundheitszustand

Mit der IIoT-Plattform moneo von ifm behalten Anwender den Gesundheitszustand ihrer Anlagen von überall im Blick. (Quelle: ifm)

„Digitalisierung ist hochkomplex: In Brownfield-Anlagen müssen Systeme unterschiedlicher Hersteller und verschiedene Protokolle miteinander kombiniert werden. Hinzu kommt: Man muss verstehen, wie eine Maschine funktioniert, um die Daten richtig interpretieren zu können – Domänenwissen ist extrem wichtig“, erklärt Mohamed Al Kadari. Doch gerade dieses Fachwissen über Prozesse, Maschinen und physikalische Zusammenhänge sei in vielen Digitalisierungsprojekten der Engpass. Er verdeutlicht: „Ich muss verstehen, wie ein Motor funktioniert, wenn ich eine Schwingungsanalyse durchführen will. Wenn ich nicht weiß, dass beispielsweise auch bestimmte Umgebungsbedingungen Einfluss auf den Prozess haben können, kann ich die Daten nicht richtig interpretieren. Und genau diese Komplexität ist nicht von heute auf morgen digitalisierbar.“

Mittler zwischen den Welten

Ähnlich wie Anwendern geht es auch Anbietern von Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen. Im Zuge der digitalen Transformation mussten und müssen auch sie neue Wege beschreiten. Das gilt ebenso für ifm mit seiner mehr als 55-jährigen Historie. Ursprünglich reiner Sensoranbieter, positioniert sich das Unternehmen heute als Mittler zwischen IT- und OT-Welt. So wurde das Portfolio im Lauf der Zeit unter anderem um innovative Industrie-4.0-Lösungen und entsprechende Software- und Cloudprodukte ergänzt. Mit diesen lassen sich bestehende Unternehmensprozesse digital nutzbar machen und neue, ganzheitliche Steuerungsmöglichkeiten für Effizienz- und Kostenoptimierungen realisieren. „Wir haben über Jahrzehnte rund um unsere Sensorlösungen Prozess-Know-how aufgebaut und unser Portfolio immer weiter an die Bedarfe der digitalen Fabrik angepasst. Heute bieten wir ein breites Portfolio, das von der Datengenerierung und -erfassung über die Weiterleitung bis hin zur Analyse und Interpretation reicht“, sagt M. Al Kadari. Entsprechend dieses Ansatzes werden die Lösungen in drei Kategorien eingeteilt: Connect, Transform und Insights. Kernelement ist die IIoT-Plattform moneo. Mit ihr werden Maschinen- und Prozessdaten in Echtzeit sichtbar und nutzbar gemacht.

Connect, Transform und Insights

Im ersten Schritt geht es darum, Daten zuverlässig zu konnektieren. Dafür werden verschiedene Edge-Gateways, sowohl für den Einsatz im Schaltschrank als auch direkt im Feld, angeboten. „Gerade bei dezentralen Anwendungen, etwa in der Lebensmittelproduktion oder in Pumpstationen, sind diese Gateways optimal“, sagt M. Al Kadari. Ergänzt werden diese durch passende Verbindungstechnik und Sensorik.

Die zweite Ebene bildet der Bereich Transform mit moneo IIoT Core. „Hier bündeln wir alle Funktionalitäten, die notwendig sind, um Daten zu strukturieren, zu analysieren und zu nutzen“, berichtet er weiter. Das zugehörige Softwareangebot umfasst unter anderem Device Management, Analysefunktionen, Dashboard, Edge-Connect sowie Remote-Connect-Funktionen zur Fernüberwachung. „Ein einfacher Alarm reicht vielen Kunden heute nicht mehr aus“, betont M. Al Kadari. „Sie möchten wissen: Wo ist ein Fehler aufgetreten, warum ist er passiert und wie kann dieser behoben werden?“ Damit leitet er zur dritten Ebene über: Insights. Diese geht über reine Visualisierung hinaus und fokussiert auf Ursachenforschung. „Mit moneo Insights bieten wir eine Erweiterung, die sich über eine zusätzliche Subscription aktivieren lässt.“ Dazu zählt beispielsweise der Industrial AI Assistant mit Smart Limit Watcher, Pattern Monitor und Lifetime Estimator. Ebenfalls mit dabei: Track & Trace sowie Process Monitoring.

„Diese Tools ermöglichen es, von statischen zu dynamischen Grenzwerten überzugehen“, erklärt M. Al Kadari. „Der Smart Limit Watcher erkennt beispielsweise, wenn Prozessparameter sich gegenseitig beeinflussen, während der Pattern Monitor Muster in komplexen Datenverläufen identifiziert. Und der Lifetime Estimator berechnet unter anderem die Restlebensdauer von Filtern oder Ölen, bevor sie zu Problemen führen.“ Was laut M. Al Kadari moneo von vielen anderen Plattformen unterscheidet, ist der ganzheitliche Ansatz: Von der Sensorik über Edge-Gateways bis hin zur Softwareebene erhalten Kunden alles aus einer Hand. Als weiteren wesentlichen Vorteil von moneo stellt er heraus: „Bei einem klassischen Anwendungsfall über mehrere Plattformen hinweg sind meistens zwei bis drei Abteilungen involviert und es dauert mehrere Wochen. Bei moneo lautet unser Versprechen: vom Sensor zum Mehrwert in weniger als 30 Minuten.“ Ein Grund liegt seiner Aussage nach in der Offenheit und einfachen Implementierbarkeit der Plattform. „Wir greifen nicht in die Steuerung ein, sondern lesen nur die Daten – wir nennen das Y-Weg. So können wir relevante Informationen in übergeordnete Systeme, wie Scada-, MESoder Cloudlösungen transferieren, ohne in die bestehende Architektur eingreifen zu müssen.“ Gerade letztgenannter Aspekt sei für viele Kunden extrem wichtig. „Wir haben unsere IIoT-Plattform bewusst so konzipiert, dass sie nicht auf externe IT-Abteilungen oder Softwareentwickler angewiesen ist. Ein Instandhalter kann mit moneo, die auf einer No-Code-Basis arbeitet, selbstständig Prozessdaten einbinden, visualisieren und Alarme aufsetzen“, verdeutlicht er.

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