Gesamtlösung erleichtert Aufbau von 5G-Netzen
Es gibt noch ein weiteres Thema, das Unternehmen bisher zögern ließ, ein 5G-Campusnetz aufzubauen: das oft fehlende grafische User Interface. Denn es besteht die berechtigte Sorge, dass dafür ein hoher personeller Aufwand etwa für Netzwerk-Administratoren nötig ist. Deshalb ist die Bedienoberfläche Teil des Gesamtpakets von Kontron. Die Campusnetz-Lösung besteht aus einem 5G-Core, praktisch das Gehirn des Netzes, der ausschließlich für 5G-Industrial entwickelt wurde (Bild 3). Auf dem Markt basieren noch viele 5G-Lösungen auf 4G/LTE, die nicht für alle zukünftigen industriellen Anwendungen kompatibel sind. Hinzu kommt das Thema Radio Access Network, hier können herstellereigene Antennen, aber auch Drittprodukte zum Einsatz kommen, damit Kunden die für sie optimale Technologie wählen können. Vor allem die 5G-Devices wie M.2-Module und Gateways sind Teil des Gesamtpakets von Kontron (Bild 4). Die Devices kommen auch in anderen 5G-Lösungen zum Einsatz, etwa bei OEM als 5G-IoT-Konnektivitätsmodul für vernetzte Fahrzeuge. Zudem werden je nach Einsatzszenario bereits spezifische Applikationen realisiert.
Das Ziel ist, Unternehmen mit einer schlüsselfertigen End-to-End-Lösung viel Arbeit abzunehmen. Allein die Beschaffung der einzelnen Technologiebausteine ist mit großem Aufwand verbunden, hinzu kommt die Prüfung der Kompatibilität. Das funktionierende Zusammenspiel aller Komponenten ist bei einer Gesamtlösung bereits sichergestellt, ebenso wie eine garantierte Service Continuity und die einfache Skalierbarkeit. Insbesondere an Produktionsstandorten gibt es typischerweise eine Vielzahl von Maschinen und Komponenten, die mit IoT-Devices vernetzt sind.
Die größte Herausforderung besteht oft darin, diese Geräte mit den neusten Updates oder Security Patches aktuell zu halten, um kritische Sicherheitslücken zu vermeiden. Hierfür kann das Device-Management-System Kontron Grid mit der Campusnetz-Technologie verknüpft werden.
Strategische Autonomie, Sicherheit und Datenschutz
Bei der Einführung eines Mobile Private Networks müssen Unternehmen entscheiden, wie viel Kontrolle sie über ihre Daten haben wollen. Diese Entscheidung ist vergleichbar mit der Wahl zwischen Miete und Eigentum – die entscheidende Frage ist, wie viel Autonomie und Sicherheit sie benötigen. Als Anbieter, der seinen gesamten 5G-Technologie-Stack ausschließlich in Europa herstellt, stellt Kontron fest: Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen haben die Bedeutung von technologischer Unabhängigkeit und sicheren Lieferketten noch einmal verdeutlicht. In der heutigen digitalen Landschaft können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, Datenhoheit und Cybersicherheitsrisiken zu ignorieren.
Angesichts des zunehmenden regulatorischen Drucks ist die Einhaltung von Vorschriften zu einem entscheidenden Faktor bei der Auswahl von Technologien geworden. Unternehmen müssen sich auf wichtige Gesetze vorbereiten, darunter die NIS-2- und die CER-Richtlinie und deren Umsetzung in nationales Recht, das EU-Datenschutzgesetz sowie das Cyber-Resilience-Gesetz (CRA). Diese Gesetze stellen nicht nur kritische Infrastruktursektoren wie Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) vor große Herausforderungen, sondern auch Hersteller in allen anderen Branchen. Die zertifizierten Lösungen von Kontron vereinfachen die Komplexität von Audits und Compliance-Dokumentation und ermöglichen es Unternehmen, ihre Fertigungsprozesse mit weniger Aufwand abzusichern.
Literatur
- TH Rosenheim, Rosenheim: www.th-rosenheim.de/newsdetailseite-startseite/neues-5g-campusnetz-fuer-forschungund-lehre-im-bereich-drahtlose-konnektivitaet
- Kontron AG, Linz (Österreich): www.kontron.com
- Cinkarna Celje d.d., Celje (Slowenien): www.cinkarna.si


