Lösungsbeitrag für zentrale Herausforderungen der Energiewende

PPC und Weidmüller verbinden mit dem EEBUS-Relais-Converter (ERC) analoge Erzeuger und Verbraucher mit dem Smart- Meter-Gateway mit Steuerfunktion (SMGWplus).

Bild 02: PPC und Weidmüller verbinden mit dem EEBUS-Relais-Converter (ERC) analoge Erzeuger und Verbraucher mit dem Smart-Meter-Gateway mit Steuerfunktion (SMGWplus). (Quelle: Weidmueller)

Der ERC von PPC und Weidmüller ist ein funktionaler Baustein für die Umsetzung netzdienlicher Gebäude und Energietechnik (Bild 2). Er verbindet analoge Anlagen mit dem SMGWplus, setzt §14a EnWG und §9 EEG in der Praxis um und unterstützt die Stabilisierung des Netzes. Für Gebäudetechniker und Messstellenbetreiber bietet er eine klar strukturierte, FNN-konforme Lösung mit direktem Nutzen im Feld. Angesichts des Roll-outs der Steuerbarkeit bei weiter wachsender dezentraler Erzeugung und neuer Lasten wird die Kombination aus digitaler Kommunikation und analoger Umsetzung an Bedeutung gewinnen. Der ERC liefert dafür die notwendige Brücke. Gleichzeitig ist er einfach integrierbar, klar in der Steuerlogik und auf den praktischen Betrieb ausgerichtet.

Zusätzlich gewinnt der ERC im Zusammenspiel mit zukünftigen Netzbetriebskonzepten an Bedeutung. Mit dem erwarteten Anstieg steuerbarer Verbrauchseinrichtungen steigt die Notwendigkeit, Lastverschiebungen nicht nur netzdienlich, sondern auch verbrauchernah umzusetzen. Der ERC ermöglicht es Messstellenbetreibern und Installationsbetrieben, solche Anforderungen ohne tiefe Eingriffe in bestehende Anlagen umzusetzen. Zudem erleichtert die klare Abbildung der EEBUS-Use-Cases die Einbindung in übergeordnete Energiemanagementsysteme, die künftig stärker in Gebäuden etabliert werden. Auch im Servicefall zeigt sich der Vorteil des ERC: Die standardisierten Relaiszustände lassen sich schnell überprüfen, sodass Fehlerdiagnosen beschleunigt werden. Damit eignet sich das Gerät besonders für Liegenschaften mit vielen Bestandsanlagen, wie Mehrfamilienhäuser oder kleingewerbliche Immobilien. Darüber hinaus unterstützt der ERC eine schrittweise Transformation der Gebäudeinfrastruktur. Betreiber können analoge Anlagen nach und nach durch digitale Lösungen ersetzen, ohne die Gesamtfunktionalität zu beeinträchtigen. Diese Übergangsstrategie sorgt dafür, dass bestehende Investitionen geschützt bleiben, während zugleich die technische Grundlage für künftige regulatorische Anforderungen geschaffen wird.

Technische Details

Kern des ERC sind vier Relais, die nach den FNN-Steuerkonzepten konfiguriert und mit S1, S2, W3, W4  bezeichnet sind (Bild 1). Drei Relais (S1, S2, W3) dienen der Leistungssteuerung von Energieerzeugern. Sie schalten in den Stufen 0% (W3 geschlossen), 30% (S2 geschlossen), 60% (S1 geschlossen) und 100% (S1, S2, W3 offen) der Erzeugungsleistung. So lassen sich PV-Wechselrichter oder andere Einspeiser in definierten Stufen drosseln. Das vierte Relais (W4) ist für die Steuerung der steuerbaren Verbrauchseinrichtungen vorgesehen und dimmt, wenn geschlossen, deren Leistungsaufnahme auf ein regulatorisch festgesetztes Limit.

Zur Kommunikation mit dem Smart-Meter-Gateway verfügt der ERC über eine digitale EEBUS-Schnittstelle auf Ethernet-Basis. Die Software des ERC setzt die EEBUS Use-Cases „Limitation of power production“ (LPP) und „Limitation of power consumption“ (LPC) in die definierten Relais-Schaltungen um.

Der ERC hebt sich durch seine reine Brückenfunktion ab und hat selbst keine Steuerfunktion integriert: Er verbindet das standardisierte digitale SMGW-Umfeld mit der Vielzah analoger Steuereingänge in bestehenden Anlagen. Dadurch ist er in heterogenen Bestandsanlagen einsetzbar. Bestehende, funktionstüchtige Geräte mit Schalteingängen bleiben erhalten und werden durch die digitale Steuerung erfasst – ohne den Wechsel auf modernere Geräte.

Dr. Joachim Franz Kastner ist als Program Manager bei Weidmüller tätig. weidmueller“weidmueller.de
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