Vieles ist auch mit LTE möglich

Für Anwendungen, die eine umfassende Wireless- sowie Ethernet-Kommunikationslösung
erfordern, hat Advantech [1] verschiedene Gateways im Programm mit einem weiten Arbeitstemperaturbereich von −40 °C bis 70 °C sowie einem Linux-Betriebsystem (Quelle: Advantech)
Das Gleiche gilt für Anwendungen mit niedriger Geschwindigkeit, geringem Stromverbrauch und hoher Durchdringung. 5G nutzt die NB-IoT-Technik, die bereits in vielen LTE-Installationen verfügbar ist. Sicherlich wird die von 5G versprochene erheblich verbesserte Gerätedichte die Koexistenz vieler Installationen in nicht einsatzkritischen Überwachungsanwendungen ermöglichen, was wiederum riesige Mengen an Low-Level-Daten bereitstellt, mit denen KI-Systeme arbeiten können. Dies wird Vorteile für Smart-City- und Infrastrukturanwendungen sowie für OEM-Maschinenbauer bringen, die ihr Angebot um neue Dienste erweitern möchten. Grundsätzlich gilt jedoch, dass diese Funktion heute im Wesentlichen über LTE verfügbar ist.
Eine Funktion von 5G, das als großer Vorteil gehandelt wird, ist die Möglichkeit, private Mobilfunknetze aufzubauen. Es ist zwar richtig, dass die Änderungen im Kern des Netzes diesen Aufbau zu erleichtern, aber viele potenzielle Nutzer sindsich nicht bewusst, dass es heutedurchausmöglich ist, private LTE-Netze einzurichten. Es gibt viele Beispiele, bei denen private LTE-Netze in Fabriken und anderen Umgebungeneingerichtetwurden, um technische und kommerzielle Vorteile zu schaffen.
Ist warten sinnvoll?
Fällt eine Anwendung nicht in einer der oben genannten Kategorien, ist ein Warten bis der entsprechende 5G-Dienst verfügbar ist nur schwer zu rechtfertigen. Stattdessen kann man bereits heute mit bestehenden LTE-Netzen arbeiten. Die Zeit wird zeigen, ob der Einsatz von 5G einen Kostenvorteil bringt, aber der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass wie bei jeder neuen Technik in der Anfangsphase ein Aufpreis zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass die Mobilfunkanbieter ihre Kosten für den Erwerb der erforderlichen Frequenzlizenzen und die Investitionen für den Aufbau der 5G-Infrastruktur schnell wieder hereinholen möchten. Diese beträchtlichen Ausgaben und die Notwendigkeit, frühe Einnahmen zu maximieren, lassen vermuten, dass der anfängliche Schwerpunkt der Mobilfunkbetreiber auf Anwendungen mit hohem Datenvolumen und hoher Bandbreite liegen wird. Dazu zählt vor allem die verbraucherorientierte Bereitstellung von Video- und Breitbanddiensten anstelle der Unterstützung von Mainstream-M2M Projekten.
Selbst wenn 5G allgegenwärtig wird, bleiben alle Investitionen in bestehende LTE-Lösungen erhalten. Die 5G-Spezifikationen definieren die Nutzung hybrider Netze mit 4G-RAN, die mit einem 5G-Kern gekoppelt sind, oder umgekehrt. Tatsächlich waren viele der ersten Implementier ungenhybrider Natur, wobei der Schwerpunkt auf den Verbesserungen des Kernnetzes liegt. Das heißt, dass die in den Funktürmen verwendete Funktechnik immer noch LTE ist.
All dies deutet darauf hin, dass die vernünftige Strategie zur Umsetzung einer M2M Mobilfunkarchitektur nicht darin besteht, zu warten. Stattdessen sollte man die Anforderungen der Anwendung analysieren und jene aussondern, die nur durch die neuen Funktionen von 5G profitieren. Der Rest, der wahrscheinlich den Großteil der Anwendungsfälle ausmacht, sollte sofort mit LTE implementiert werden – mit der Gewissheit, dass die Investition geschützt ist. Die Bereiche, die durch 5G profitieren würden, sollten in einem Pilotprojekt erprobt werden, sobald die erforderlichen Dienste verfügbar sind. Sie lassen sich dann parallel zur bestehenden Bereitstellung einführen, sobald sie sich als effektiv erwiesen haben.
Literatur
- Advantech, München: www.advantech.com