Vorteile für den Schaltschrankbau

 Verbunden mit Ethercat bzw. Ethercat P

Bild 05: Das MX-System kann bei Bedarf auch kombiniert mit einem Schaltschrank oder den IP67-Produkten von Beckhoff eingesetzt werden, verbunden mit Ethercat bzw. Ethercat P (Quelle: Beckhoff)

Der Schaltschrankbau profitiert von der einfachen Steckbarkeit ohne aufwendige Einzelverdrahtung. So lässt sich zum Beispiel ein zuvor 24-stündiger Schaltschrankaufbau auf nur noch rund eine Stunde Modulmontage verringern. Hinzu kommt, dass die gerade bei komplexen Schaltschränken große Gefahr von Verdrahtungsfehlern vermieden wird. Die bisherige manuelle, fehleranfällige Einzelfertigung des Schaltschrankbauers wird in die industrielle Vorfertigung der Funktionsmodule verlegt.

Aus logistischer Sicht ergeben sich für den Schaltschrankbau ebenfalls Vorteile. So haben Analysen gezeigt, dass teilweise weniger als 10 % der beim klassischen Schaltschrank benötigten Bauteile erforderlich sind. Zudem werden viele Maschinenbauer ihre logistischen Prozesse vereinfachen können, da sich mit dieser einfach montierbaren Technologie häufig auf einen externen Schaltschrankbau verzichten lässt.

Vorteile für den Maschinenanwender

Die Vorteile für den Betreiber der Maschinen und Anlagen ergeben sich in erster Linie aus der vereinfachten Wartung und Instandhaltung, bedingt durch den einfachen Modulaustausch und die neue Beckhoff-Device-Diagnose. Durch die Kapselung der einzelnen Automatisierungsfunktionen in einem Modul lässt sich auf Modulebene eine einfache Diagnose für elektrische Fehlerfälle durchführen. Der Instandhalter muss daher nur noch den Zustand des Moduls ermitteln – anhand von Status-LED, eines Smartphones und der Beckhoff-Device-Diagnose. Anschließend kann er ohne großen Aufwand entscheiden, ob das Modul, die Leitung zum Feldgerät oder das Feldgerät selbst auszutauschen ist.

Ein Diagnosevorteil im Vergleich zum klassischen Schaltschrank liegt darin, dass beim MX-System ausschließlich vernetzte Komponenten zum Einsatz kommen. Es lässt sich daher jederzeit zum Beispiel der Status jeder einzelnen Sicherung, eines Netzteils oder des Hauptschaltermoduls abfragen – wie gewohnt als Teilnehmer im Ethercat-Netzwerk. Im Rahmen der Beckhoff-Device-Diagnose werden die bekannten umfangreichen Diagnosemöglichkeiten von Ethercat durch eine für jedes Modul eineindeutige Seriennummer ergänzt. Diese ist als Datamatrix-Code auf der Modulfrontseite platziert und lässt sich per Smartphone-App scannen. Das Smartphone verbindet sich dabei mit der Steuerung und zeigt die jeweiligen Diagnosedaten wie Modulstatus oder Fehlerspeicher an. Somit wird das Smartphone zum „Universal-Digitalvoltmeter und Scope“. Es ersetzt nicht nur die klassischen Messgeräte. Der Instandhalter oder Servicetechniker wird genau über den Zustand einer Funktion oder Baugruppe informiert, ohne dass er die Hardware ausmessen muss.

Literatur

  1. Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, Verl.
Daniel Siegenbrink
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