Mehr Flexibilität, weniger Verschleiß: Die Baumüller Servopressen-Systemlösung kombiniert DST2 High-Torque-Motor, b maXX-Servoumrichter, b maXX-Netzwechselrichter, Steuerungstechnik und Software in einem Komplettpaket (Quelle: Baumüller)
Vom 20. bis 23. Oktober 2026 zeigt Baumüller auf der Euroblech in Hannover unter anderem eine laufende Mini-Servopresse. Außerdem wird eine Antriebskombination aus einem DST2-High-Torque-Motor von Baumüller und einem Servox-Getriebe von Nidec Desch live präsentiert.
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf Servo-Exzenterpressen. Gegenüber konventionellen mechanischen Pressen ermöglichen Servoantriebe eine flexiblere Anpassung des Bewegungsprofils an den jeweiligen Umformprozess. Damit lassen sich laut Baumüller unter anderem Taktzeit, Werkzeugverschleiß und Energieverbrauch optimieren. Gleichzeitig können mechanische Verschleißteile entfallen, wodurch sich der Wartungsaufwand reduziert.
Die Systemlösung des Unternehmens besteht aus einem DST2-High-Torque-Motor, einem b-maXX-Netzwechselrichter, einem b-maXX-Servoumrichter, Steuerungstechnik und einem Softwarepaket.
Mechanische Pressen auf Servotechnik umrüsten
Neben Neuanlagen adressiert Baumüller auch die Modernisierung vorhandener Maschinen. Mechanische Schwungradpressen lassen sich nach Angaben des Unternehmens mit vergleichsweise geringem konstruktivem Aufwand zu Servo-Exzenterpressen umrüsten.
Dazu wird das bestehende Antriebssystem demontiert und die Mechanik geprüft. Die DST2-High-Torque-Motoren können anschließend in vielen Fällen an das vorhandene Getriebe angebunden werden. In Kombination mit b-maXX-Servoantrieben und neuer Steuerungstechnik erhält die bestehende Maschine die Möglichkeiten einer variabel steuerbaren Servopresse.
Bei einer solchen Modernisierung können zudem Komponenten wie Kupplung, Bremsen oder Keilriemen entfallen. Das soll nicht nur den Wartungsbedarf reduzieren: Eine Umrüstung kann nach Angaben von Baumüller auch kostengünstiger und schneller realisierbar sein als die Anschaffung einer neuen Presse.
Gemeinsamer Zwischenkreis reduziert Lastspitzen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die energetische Optimierung des Antriebssystems. Zentrale Komponente der von Baumüller vorgestellten Architektur ist ein gemeinsamer Zwischenkreis, der den b-maXX-Netzwechselrichter als Ein- und Rückspeiseeinheit mit den Servoumrichtern verbindet.
Über die Zwischenkreiskapazitäten lassen sich größere Energiemengen zwischenspeichern. Dadurch können prozessbedingte Leistungsspitzen abgefangen werden. Die erforderliche elektrische Anschlussleistung der Maschine lässt sich entsprechend niedriger dimensionieren, wodurch sich auch die damit verbundenen Kosten reduzieren können.
Gleichzeitig kann beim Bremsen entstehende regenerative Energie innerhalb des Zwischenkreises gespeichert und anschließend für den nächsten Prozessschritt genutzt werden. Anstatt die Bremsenergie ungenutzt in Wärme umzuwandeln, steht sie damit wieder für den Maschinenprozess zur Verfügung.
Zwischenkreisspannung steigt auf 760 V
Der b-maXX-Netzwechselrichter regelt die Zwischenkreisspannung dabei von 400 V auf 760 V hoch. Dadurch verschiebt sich die Kennlinie des angeschlossenen Motors und der nutzbare Drehzahlbereich erweitert sich. In bestimmten Anwendungen können Motoren dadurch kleiner dimensioniert werden.
Überschüssige Energie aus dem gemeinsamen Zwischenkreis lässt sich außerdem in das Versorgungsnetz zurückspeisen. Dadurch können Bremswiderstände kleiner ausgelegt werden oder vollständig entfallen. Neben der Energieeinsparung ergeben sich damit auch Vorteile hinsichtlich Platzbedarf und Kosten im Schaltschrank.