Fast die Hälfte der befragten Unternehmen ist auf einen Cyberangriff nicht vorbereitet.

Fast die Hälfte der befragten Unternehmen ist auf einen Cyberangriff nicht vorbereitet.

Ein umfassender Schutz gegen Cyberkriminalität ist in der Elektroindustrie eher die Ausnahme als die Regel. Das ist ein Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die fehlende Vorbereitung kann im Ernstfall gravierende Konsequenzen haben, denn die Abhängigkeit von einer funktionierenden IT ist in der Elektroindustrie hoch: 70 % der befragten Unternehmen könnten bei einem Ausfall ihrer IT-Systeme kaum noch arbeiten. „Angesichts der hohen Abhängigkeit müsste der Mittelstand in der Elektroindustrie viel mehr für den Schutz seiner IT-Systeme tun. Aktuell zeigen sich große Sicherheitslücken, die Cyberkriminelle konsequent ausnutzen“, sagt Peter Graß, Experte für Cyberversicherungen im GDV.

Jedes 5. Unternehmen der Elektroindustrie von Cyberangriffen betroffen

20 % der befragten Unternehmen waren bereits Opfer erfolgreicher Cyberattacken, 5 % waren sogar mehrfach betroffen. Infolge der Attacken standen die meisten Betriebe zeitweise still und mussten Zeit und Geld in die Wiederherstellung ihrer Systeme investieren; teilweise zahlten die Unternehmen für ihre gesperrten Daten und IT-Systeme auch Lösegelder.

Trotzdem nimmt die Branche die Gefahr durch Cyberkriminelle vielfach auf die leichte Schulter: 49 % der Befragten gehen für ihr eigenes Unternehmen von einem geringen Risiko aus. Die einen halten ihr Unternehmen für zu klein, um in den Fokus von Cyberkriminellen zu geraten, andere setzen darauf, dass bisher nichts passiert ist oder halten ihr Unternehmen für umfassend geschützt.

Umfassender Schutz ist bei den Mittelständlern der Elektroindustrie allerdings eher die Ausnahme als die Regel. Nur ein knappes Drittel (29%) erfüllt die wichtigsten Basis-Anforderungen an die IT-Sicherheit; unter anderem werden Sicherungskopien nicht überall sicher aufbewahrt und getestet oder auch sehr einfache Passwörter zugelassen. In jedem zweiten Betrieb (49%) dürfen Mitarbeiter ihre privaten Geräte in der IT-Umgebung des Unternehmens nutzen.

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