Eaton baut österreichischen Produktionsstandort Schrems aus und stärkt seine Fertigung in Europa (Quelle: Eaton)

Eaton baut österreichischen Produktionsstandort Schrems aus und stärkt seine Fertigung in Europa (Quelle: Eaton)

Der Ausbau des Standorts wurde nach Angaben von Eaton innerhalb von weniger als zehn Monaten realisiert. Im Mittelpunkt der Erweiterung stehen eine vollautomatisierte Produktion von Leitungsschutzschaltern, zusätzliche Kapazitäten für Niederspannungsschaltanlagen sowie eine stärkere digitale Vernetzung der Fertigungsprozesse.

Ziel ist es, elektrische Schutz- und Energiemanagement-Lösungen verstärkt regional in Europa zu fertigen. Eaton verweist dabei unter anderem auf kürzere Lieferwege, eine schnellere Reaktion auf Kundenanforderungen und eine höhere Widerstandsfähigkeit der Lieferketten.

Automatisierte Produktion und durchgängige Rückverfolgbarkeit

Die neue Fertigungsfläche verbindet automatisierte Produktionsabläufe mit digitalen Fertigungstechnologien. Ein Schwerpunkt liegt auf der vollständigen Rückverfolgbarkeit der Produkte über den gesamten Herstellungsprozess hinweg.

Integrierte Qualitätssysteme sollen dafür sorgen, dass Fertigungs- und Prozessdaten kontinuierlich erfasst werden. Damit will Eaton sowohl die Transparenz in der Produktion erhöhen als auch steigende Leistungs- und Compliance-Anforderungen seiner Kunden unterstützen.

Herzstück der digitalen Vernetzung ist ein hochintegriertes Manufacturing Execution System (MES). Es verbindet Fertigung, Intralogistik und übergeordnete Unternehmenssysteme in Echtzeit miteinander. Dadurch sollen Produktionsabläufe transparenter werden und Anpassungen an veränderte Kundenanforderungen schneller möglich sein.

Zusätzliche Kapazitäten für kritische Infrastruktur

Mit der Erweiterung reagiert Eaton auch auf den wachsenden Bedarf an Komponenten und Lösungen für kritische Infrastrukturen. Diese sind in besonderem Maße auf eine zuverlässige und hochverfügbare Stromversorgung angewiesen.

Die zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung führen nach Einschätzung des Unternehmens europaweit zu einer steigenden Nachfrage nach Schutz- und Energiemanagement-Lösungen. Durch zusätzliche regionale Produktionskapazitäten sollen insbesondere Transportwege verkürzt und Lieferketten stabilisiert werden.

„Europa investiert verstärkt in die kritische Infrastruktur, die Unternehmen, Wachstum und die Energiewende unterstützt“, sagt Vincent Barro, Mitglied des Executive Leadership Teams EMEA, Electrical Sector bei Eaton. Mit der Erweiterung investiere das Unternehmen zugleich in Fertigungstechnologien und qualifizierte Fachkräfte.

Qualifizierung für Automatisierung und Industrie 4.0

Parallel zur technischen Erweiterung baut Eaton am Standort Schrems auch Kompetenzen in den Bereichen Automatisierung, digitale Fertigung und Industrie 4.0 aus. Mitarbeitende sollen dadurch zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten in zunehmend digitalisierten Produktionsumgebungen erhalten.

Zur Fachkräftesicherung arbeitet Eaton nach eigenen Angaben mit lokalen Schulen zusammen. Ergänzend nutzt das Unternehmen das 2024 eröffnete Connected Learning Center, um Qualifikationen für zukünftige Anforderungen der industriellen Fertigung zu vermitteln.

Mit dem Ausbau positioniert Eaton den Standort Schrems damit nicht nur als zusätzliche Produktionskapazität für den europäischen Markt, sondern zugleich als Beispiel für die Verbindung von Automatisierung, digitaler Fertigungssteuerung und Qualifizierung.

(hz)

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