Bild 01: Das CC100-Modell 751-9401 von Wago bietet eine CANopen-Schnittstelle (im Bild rechts) (Quelle: Wago)
Die Compact Controller 100 (CC100) von Wago [2] bieten zahlreiche Möglichkeiten. So ermöglichen diese Controller die Entwicklung hochleistungsfähiger Automatisierungslösungen für verschiedene Anwendungen wie Gebäudeautomatisierung, Batteriespeicherung, Microgrids, Industriemaschinen oder „grüne“ Energiesysteme. Die SPS der Serie CC100 messen nur 55 mm × 108 mm × 90 mm (l × b × h) und passen somit in eine Handfläche. Die geringen Abmessungen täuschen dabei deutlich über das große Potenzial für die Digitalisierung einer Vielzahl von Automatisierungsfunktionen hinweg.
Zwei Modelle, vielfältige Anwendungsmöglichkeiten
Für Anwendungen mit bis zu vier digitalen Ausgängen, acht digitalen Eingängen sowie bis zu zwei analogen Ein und zwei analogen Ausgängen, eine RS485Schnittstelle für Protokolle wie Modbus RTU und Temperatureingänge für Platin(Pt)- oder Nickel(Ni)-Widerstandssensoren kommt das Modell 7519301 zum Einsatz. Wenn auch ein CAN-open-Anschluss benötigt wird, ist das Modell 7519401 das richtige (Bild 1).
Beide Modelle bieten zwei konfigurierbare Ethernet-Ports, die als Switch oder für zwei separate IP-Adressen verwendet werden können und eine dedizierte Verbindung zu Feld und OT-Geräten sowie eine separate Verbindung zu Scada-, IT- oder Cloud-Systemen unterstützen. Des Weiteren bieten sie Unterstützung für industrielle Ethernet-Protokolle wie Modbus TCP/UDP, Ethernet/IP und Ethercat sowie für IIoT und Cloud-Vernetzung mit Protokollen wie MQTT. Außerdem stehen Cybersicherheitsfunktionen, wie SSH, SSL/TLS-Verschlüsselung, eine Firewall und ein Netzwerk-Broadcast-Schutz, für die Sicherung des Netzwerks zur Verfügung. Zusätzlich zu den genannten Fähigkeiten bieten die SPS einen USB-Programmieranschluss, der die Konfiguration vereinfacht und beschleunigt, sowie einen MicroSD-Kartensteckplatz für Firmware-Updates und andere Funktionen. Als Hutschienengeräte nach DIN 43880 [3] können beide Modelle auch schnell auf Kleinverteilern montiert werden.
Programmierung und Leistung
Um eine Basisinstallation zu vervollständigen, müssen die SPS programmiert und mit Strom versorgt werden. Auch hier bietet die CC100-Serie viele Möglichkeiten: Sie kann mit Codesys 3.5 in einer oder mehreren Sprachen gemäß IEC 61131 3:2025 [4] wie Kontaktplan (KOP), Funktionsplan (FUP), Ablaufsprache (SFC), Strukturierter Text (ST) oder Anweisungsliste (IL) sowie mit Optionen wie NodeRed, C++ oder Python programmiert werden.
Die CC100-Serie unterstützt Docker-Container und ermöglicht so die Ausführung zusätzlicher Anwendungen und die Erweiterung ihrer Funktionalität. Der integrierte Webserver ermöglicht die Erstellung von HTML5Visualisierungen und erleichtert die Bedienung und Wartung.
Die SPS können mit Protokollen, einschließlich DNP3, aktiviert werden, die in Strom und Wasserversorgungsunternehmen zur Überwachung und Steuerung entfernter Geräte in Scada-Systemen verwendet werden. Die Kommunikationsstandards gemäß den Normenreihen IEC 61850 [5] und IEC 60870 [6] werden häufig in Umspannwerken, bei der Automatisierung von Mikronetzen sowie bei Systemen für erneuerbare Energien und Speicher eingesetzt. Außerdem unterstützen sie die Bacnet-Kommunikation für Gebäudeautomationsanwendungen.
Das Netzteil 7872850 für die SPS der CC100-Serie liefert 1,25 A bei DC 24 V. Es verfügt über eine galvanisch getrennte Ausgangsspannung, die die Anforderungen der Normen E DIN EN IEC 610102020 (VDE 04112020):202510 [7] bzw. UL 610102201 [8] für Sicherheitskleinspannung (SELV) und Schutzkleinspannung (PELV) erfüllt, sowie eine beeindruckende MTBF (durchschnittliche Zeit zwischen Ausfällen) von über 2,5 Millionen Stunden bei 40 °C gemäß DIN EN 61709 [9] (Bild 2).