Beeindruckende Vorstellung für über 5000 Besucher: Keynotes, Expertenrunden, Ausstellung, Meetings und viel Networking (Bild: VDE VERLAG)
Wenn Schneider Electric zum Innovation Summit lädt, ist das mehr als eine Produktshow – es ist ein Statement zur Zukunft der Industrie. Am 22. und 23. Oktober 2025 trafen sich im Bella Center in Kopenhagen mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt, darunter 600 C-Level-Executives aus nahezu allen Industrien. Im Fokus stand in diesem Jahr die Frage, wie Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung gemeinsam zu einer neuen Ära der Energieeffizienz führen können.
In seiner ersten Keynote als CEO positionierte Olivier Blum das Unternehmen klar als "Energy Technology Partner". Seine Botschaft: Energie ist nicht mehr nur Versorgungsgut, sondern strategische Ressource. „Alles, was uns wichtig ist – unser Planet, unsere Menschen, unsere Partner – hängt von Energie ab. Aber Energie muss heute mehr leisten. Sie muss uns befähigen, zu innovieren, wettbewerbsfähig zu bleiben und eine nachhaltige, resiliente Zukunft zu gestalten.“
O. Blum unterstrich, dass der weltweite Strombedarf bis 2040 um rund 60 % steigen werde, während der Anteil erneuerbarer Energien sich bis 2030 verdreifache. Um dieses Spannungsfeld zu beherrschen, brauche es ein neues Energie-Ökosystem: intelligent, digital und automatisiert.
Software-definierte Automatisierung als Gamechanger
Ein Schwerpunkt des Summits lag auf Software-definied Automation (SDA) – einem Ansatz, der Steuerungslogik und Hardware entkoppelt. Damit können Prozesse flexibler angepasst, skaliert und über offene Schnittstellen in bestehende IT- und OT-Umgebungen integriert werden. Diese Entkopplung gilt als Voraussetzung für echte Interoperabilität und Co-Creation zwischen Herstellern, Integratoren und Anwendern.
Besonders deutlich wurde dieser Paradigmenwechsel in den Vorträgen zu EcoStruxure Automation Expert, der ersten softwarezentrierten Automatisierungsplattform von Schneider Electric. In Kombination mit offenen Standards wie IEC 61499 oder OPC UA erlaubt sie modulare, wiederverwendbare Applikationen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur „streambaren“ Automatisierung.
Digitale Zwillinge und datenzentrierte Plattformen
Die Digitalisierung industrieller Prozesse zeigte sich auch auf der Partnerseite. Tochterunternehmen wie Aveva, Etap Software und ProLeit sowie Partnerorganisationen wie UniversalAutomation.org präsentierten Lösungen, die den Übergang von isolierten Systemen zu datenzentrierten Plattformen beschleunigen.
AVEVA stellte die jüngsten Erweiterungen seiner Asset-Information-Management-, System-Platform- und PI-Data-Infrastructure-Lösungen vor. Sie ermöglichen es, Engineering-, Betriebs- und Echtzeitdaten in einer einzigen Benutzeroberfläche zu visualisieren. Damit lassen sich digitale Zwillinge einfacher skalieren und der IT-Aufwand reduzieren – ein zentraler Hebel für Effizienz und Nachhaltigkeit.
Etap zeigte seine Fortschritte bei der modellbasierten Simulation elektrischer Netze, während UniversalAutomation.org die Vorteile eines offenen, herstellerunabhängigen Runtime-Systems hervorhob, das Steuerungscode portabel und plattformneutral macht. Ergänzt wurde das Innovationsökosystem durch SE Ventures-Start-ups wie Snyapticon (Motion Control) und Augury (KI-basierte Zustandsüberwachung).
Energie- und Automatisierungswelten wachsen zusammen
Die vorgestellten Lösungen eint ein gemeinsames Ziel: Energieeffizienz durch Integration. Wo früher Energieverteilung, Steuerung und IT-Systeme getrennt agierten, verschmelzen sie nun zu einem intelligenten Gesamtsystem. Das schafft Transparenz von der Mittelspannung bis zur Cloud – und legt die Basis für Netze, Fabriken und Gebäude, die Energie nicht nur verbrauchen, sondern intelligent steuern und optimieren.
Fazit
Der Innovation Summit 2025 zeigte eindrucksvoll, dass Schneider Electric die industrielle Transformation nicht nur begleitet, sondern aktiv gestaltet. Mit offenen Architekturen, softwaredefinierten Systemen und einem starken Partnernetzwerk adressiert das Unternehmen die Herausforderungen einer zunehmend elektrifizierten und digitalisierten Welt.