Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe: “Wir sehen das globale Geschäft immer noch als Basis für weiteres Wachstum.” (Quelle: Harting)

Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe: “Wir sehen das globale Geschäft immer noch als Basis für weiteres Wachstum.” (Quelle: Harting)

„Eine positive Trendumkehr war nach dem schwierigen Marktumfeld der Vorjahre abzusehen“, fasst Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe, die Entwicklung zusammen. „Dass sie nun dank unserer diversifizierten Markt- und Produktionsaufstellung und dank unseres globalen Vertriebsnetzes so deutlich ausfällt, freut uns natürlich. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch im kommenden Jahr fortsetzt.“

Zugpferd des Wachstums bei Harting bleiben weiterhin die außereuropäischen Märkte. Der deutsche Markt kämpft im dritten Jahr in Folge mit Stagnation, Auftragsmangel, einer rückläufigen Produktion und einer schwachen Exportentwicklung. Im Jahr des 80. Jubiläums der Technologiegruppe und des 40. Geburtstags der japanischen Tochtergesellschaft setzte das Unternehmen in der Region Asia-Pacific (APAC) zirka 312 Mio. € um. Das entspricht einem kräftigen Plus von 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den nord- und südamerikanischen Staaten (Americas) erzielte das Unternehmen 206 Mio. € Umsatz (+33 %).

Auch die Region EMEA (ohne Deutschland) erzielte ein zweistelliges Wachstum: Europa, Naher Osten und Afrika lagen mit insgesamt 358 Mio. € 11 % über Vorjahresniveau. In Deutschland ging der Umsatz um -0,5 % auf 221 Mio. € zurück. Insbesondere der Geschäftsbereich Automotive hat mit nicht ausgelasteten Produktionskapazitäten zu kämpfen. P. Harting: „Die Weltwirtschaft steht vor bedeutenden Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen und Konflikten, Handelshemmnissen, Inflation sowie wachsender Staatsverschuldung. Vor dem Hintergrund dieser großen Unsicherheiten sind wir dankbar, dass wir unseren Umsatz so deutlich steigern konnten.”

Sorge bereitet Harting die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen und europäischen Industriestandorts. „Wir hatten große Hoffnungen in und Erwartungen an die neue Bundesregierung gesetzt. Mittlerweile sind diese erloschen. Ernüchterung und Enttäuschung breiten sich aus”, so der Harting-CEO. “Die Transformation der deutschen Wirtschaft und Industrie geht unvermittelt weiter. Die Konsequenzen des Mangels an qualifizierten Fachkräften scheinen vom Radar verschwunden zu sein. Die wirtschaftliche Basis bröckelt. Unsere Kunden im Automobilmarkt, im Maschinenbau, in der Automatisierungstechnik oder in der Eisenbahnindustrie sind stark betroffen. Der Wettbewerbsdruck aus China nimmt weiter zu. Wir müssen daher weiter unsere Produktivität erhöhen, Prozesse effizient gestalten und konsequent Kosten senken.”  

Globales Unternehmen mit lokalen Wurzeln

Als global tätige Technologiegruppe begegnet Harting den geopolitischen Entwicklungen konsequent mit dem weiteren Ausbau seines Netzwerks aus Produktions-, Entwicklungs- und Vertriebsstandorten. Weltweit investierte die Unternehmensgruppe im vergangenen Geschäftsjahr zirka 74 Mio. € in Forschung und Entwicklung sowie Produktionskapazitäten. Im indischen Bangalore entstand beispielsweise ein 650 Quadratmeter großes Technologiezentrum, durch das lokale Nachfragen nach innovativen Steckverbinderlösungen noch zügiger bedient werden können.

Um das zukünftige Wachstum zu unterstützen, sollen im neuen Geschäftsjahr 2026 zum ersten Mal in der Unternehmenshistorie über 100 Millionen Euro investiert werden. 75 Mio. € werden in den nächsten fünf Jahren zudem für den Ausbau der „Fabrik der Zukunft“ in Espelkamp investiert. Im bisherigen Werk 2 werden Fertigungsbereiche zusammengefasst, Prozesse optimiert und Kompetenzen gebündelt, um Espelkamp als hochmodernen und zukunftssicheren Standort zu stärken.

„So stärken wir gleichzeitig den Standort Deutschland, treiben konsequent unsere Internationalisierung voran und werden lokalen oder regionalen Anforderungen gerecht“, so P. Harting. “Breit aufgestellt zu sein, erhöht die Chancen, widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu sein. Wir sehen das globale Geschäft immer noch als Basis für weiteres Wachstum.”

Nicht nur bei den eigenen technologischen Lösungen setzt Harting auf Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit. Auch auf dem Weg zur Klimaneutralität erzielte die Technologiegruppe weitere Fortschritte und senkte durch den weiteren Einsatz von erneuerbarer Energie den Gesamt-CO2-Ausstoß aller Werke auf zirka 5.600 t (-18 % im Vergleich zum vorigen Geschäftsjahr). Bis 2030 will Harting die Scope 1- und Scope 2-Emmissionen weltweit auf null reduzieren.

Harting Technologiegruppe (hz)

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