Philip Harting ist Vorstandsvorsitzender der Harting Technology Group (Quelle: Harting)
Für die Umsetzung der All Electric Society ist sowohl die Kopplung der Sektoren untereinander als auch die Vernetzung innerhalb der Sektoren entscheidend. Als Sektoren werden die Bereiche Industrie, Energie, Mobilität und Infrastruktur bezeichnet. Damit Energie und Daten reibungslos innerhalb der Bereiche und übergreifend fließen können, müssen diese miteinander verbunden werden.
Für den Bereich Energy zeigte die Technologiegruppe unter anderem Verbindungstechnik für die Erzeugung, den Transport, die Speicherung und die Nutzung von elektrischer Energie. Die Nutzung von grünem Wasserstoff ist ein Muss für die Energiewende. Harting Connectivity bietet mit robusten und handlingsicheren Lösungen hier einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung. Hochpolige Outdoor-Varianten für Containerlösungen und Offshore-Anwendungen sind ideal für den Einsatz im anspruchsvollen industriellen Umfeld geeignet.
Die Transformation im Mobilitätsbereich hin zu elektrifizierten Antrieben bietet für Harting eine Vielzahl von Möglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Dabei steht nicht nur das Automobil im Fokus. In den einzelnen Branchen wie dem Baugewerbe, dem Transport-, Agrar-, oder Bergbausektor, sowie der Schifffahrt steigt der Anteil elektrifizierter Antriebskonzepte stetig. Durch die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundene Steigerung der Datenraten und -Geschwindigkeiten, benötigt der Mobilitätssektor Lösungen, die diesen Anforderungen gerecht werden. Harting ist als Anbieter von Ladelösungen und vorkonfektionierten Kabelkonfektionen elementarer Bestandteil dieser Technologiewende – mit einem breiten Steckverbinder-Portfolio, das unter anderem aus platzsparender, energieeffizienter, robuster und einfach anwendbarer Connectivity besteht. In diesem Zusammenhang präsentierte die Technologiegruppe unter anderem maßgeschneiderte Jumper-Lösungen auf Basis der Fahrzeugkonstruktion und den baulichen Gegebenheiten auf dem Dach, zwischen den Waggons und im Unterflurbereich. Dafür verwendet die Technologiegruppe sowohl eigens entwickelte und für den spezifischen Einsatz qualifizierte Verbindungstechnik als auch hochwertige Kabel vom Partnerunternehmen Studer Cables. Des Weiteren lag der Fokus auf Ladekabel-Lösungen für die Elektromobilität. Das bidirektionale und auch das Gleichstrom-Laden wurde explizit hervorgehoben.
Ein weiteres Thema im Industriebereich sind M12-Verkabelungslösungen mit Inner- und Outer-Push-Pull-Verriegelung nach IEC 61076-2-010. Diese könne unter anderem in den Segmenten Machinery und Robotics eingesetzt werden. Sie bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten für den steckbaren Anschluss von Geräten und Antrieben in industriellen Umgebungen. Die konsequente Nutzung von vorkonfektionierten Lösungen, sei es für die interne Verdrahtung im Gerät oder für die Verbindung der Geräte untereinander bieten ergänzend Effizienz-Potentiale. Dadurch lassen sich Produktionslinien verkleinern und Montagezeiten verkürzen.
Darüber hinaus präsentiert Harting anhand eines KI-gesteuerter Han-Konfigurators, eines KI-gestützten Kabel-zu-PCB-Konfigurators und einer Generative-Engineering-Demo die transformative Kraft der generativen KI in der Konstruktion und im Vertrieb. Einige Vorteile, die sich daraus ergeben: Produkte lassen sich schneller finden, ein enormes Beschleunigungspotenzial für den gesamten Entwicklungsprozess und erheblich reduzierte Entwicklungszeiten, ein rationalisierter Designprozess und weniger Fehler.
Harting entwickelt seine Fabrik der Zukunft weiter
Die Harting Technologiegruppe plant die Weiterentwicklung von Werk 2 in Espelkamp zur Fabrik der Zukunft. Damit verbunden sind Investitionen von mehr als 75 Mio. € in den kommenden fünf Jahren, um Espelkamp als zukunftssicheren Standort für die Produktion in der Technologiegruppe weiter zu stärken.
Derzeit gibt es gleichartige Fertigungsbereiche in verschiedenen Werken am Standort Espelkamp. Diese Kompetenzen sollen zukünftig zusammengeführt werden. Das führt zu einer Bündelung des vorhandenen Expertenwissens, höheren Synergien bei der Nutzung und Instandhaltung von Maschinen sowie einer höheren Effizienz durch kurze Wege und einer besseren Nutzung vorhandener Flächen.
Außerdem prüft Harting den Ausbau seines Kompetenzzentrums für Galvanik am Standort Biel, an welchem das Unternehmen bereits seit mehr als 40 Jahren aktiv ist. Die entstehenden freien Flächen in Werk 1 geben neue Möglichkeiten, sich für die Zukunft noch kundenorientierter aufzustellen.