Abbildung zum Thema 5G Netz

(Quelle: fotolia.com / sdecoret)

Deutschland ist weltweit Pionier beim Betreiben von 5G-Campusnetzen, also lokaler und kundenspezifisch angepasster 5G-Mobilfunknetze. Dieser Vorsprung wurde unter anderem durch eigene Campusnetz-Frequenzen der Bundesnetzagentur erreicht. Im Projekt soll dieser Vorsprung nun ausgebaut werden. Koordiniert wird das Projekt CampusOS vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI und dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme Fokus in Berlin. Insgesamt arbeiten 22 Partner aus Industrie und Forschung hierbei zusammen. „Wir möchten ein digitales Ökosystem schaffen, das offene Funktechnologien und interoperable Netzkomponenten gewährleistet“, sagt Professor Dr. Hans Schotten, der mit seinem Team am Lehrstuhl für Funkkommunikation und Navigation an der TU Kaiserslautern an dem Projekt beteiligt ist. Das Ökosystem soll in Form eines Technologie-Baukastens realisiert werden, der um einen Komponenten-Katalog und Vorschläge für unterschiedliche Betreibermodelle erweitert wird. 

 

Zum Einsatz kommen hier auch Verfahren der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens, die es ermöglichen, die verwendeten Technologien und Endgeräte besser zu kombinieren.  In verschiedenen Testbereichen wird die Technologie der Ökosysteme überprüft: zum einen bei den beteiligten Fraunhofer-Instituten, aber auch bei Industriepartnern. 

Die offenen Schnittstellen der Campus-Netze sind Voraussetzung dafür, technische Komponenten für verschiedene Anwendungsbereiche zu entwickeln. Beispielsweise geht es um die Überwachung von Baustellen in Echtzeit sowie die Vernetzung aller auf Baustellen im Einsatz befindlicher Sensoren und Baumaschinen oder um die Übertragung von Videos mit sehr hohen Datenraten. 

Um das neue Ökosystem zu testen, bauen die Fraunhofer-Institute FOKUS und HHI an ihren Standorten in Berlin Referenztestfelder auf. Ziel dieser Testfelder ist es, einzelne Elemente und verschiedene Kombinationen des Technologie-Baukastens auf Leistungsfähigkeit und Interoperabilität zu prüfen, bevor diese anwendungsspezifisch in Industrie-Szenarien erprobt werden. „In dem Projekt entwickeln wir hochflexible und offene Lösungen für branchenspezifische Campusnetze,“ kommentiert Prof. Dr. Slawomir Stanczak, Abteilungsleiter „Drahtlose Kommunikation und Netze“ am Fraunhofer HHI. „Neben der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind verbesserte Skalierbarkeit, vereinfachtes Management und reduzierte Kosten wichtige Faktoren. Der offene Ansatz bietet die Grundlage und damit die Chance für mehr Wettbewerb und mehr Innovation im Bereich der Campusnetze.“

Prof. Dr. Thomas Magedanz, Leiter des Geschäftsbereichs „Software-based Networks“ am Fraunhofer FOKUS, betont: „Wir betrachten offene Campusnetze für z. T. hochspezialisierte Unternehmensanwendungen als Treiber für zukünftige 5G- und auch 6G-Innovationen. Wir sehen durch CampusOS – vor allem durch die breite Beteiligung der relevanten Industrieakteure – die Chance, Deutschlands internationale Führungsrolle in diesem Kontext weiter auszubauen.”

TU Kaiserslautern (no)

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