Messtechnik für Monitoring und Management
Unabhängig von Atcom ist auch Janitza ein langjähriger Partner und Lieferant der Quarzwerke. Elektroingenieur Sebastian Müller von der Abteilung „Technische Planung“ betreut bei den Quarzwerken große Projekte im Um- und Neubau an allen Standorten. „Zunächst hat ein Kollege von den Quarzwerken Haltern Janitza Messgeräte eingesetzt“, erinnert er sich. „Inzwischen sind die UMG-Geräte bei uns die Standardmesstechnik.“ Mit den Messgeräten kam wenig später auch die Netzvisualisierungssoftware Gridvis ins Werk. Dazu meint S. Müller: „Ich war auf der Suche nach einem Energiemanagementsystem. Für Industrieanwendungen ist Janitza wirklich top. Mit der Gridvis bietet Janitza alle Gerätefunktionen, die wir benötigen und noch viele mehr.“ In Frechen sind vor allem die modular erweiterbaren Netzanalysatoren UMG 96-PQ-L eingesetzt (Bild 4). Die Energieerzeugung des BHKW und des PV-Parks werden mit den Varianten UMG 96-PA-MID+ erfasst, die eine MID-Zertifizierung nach 2014/32/EU vorweisen können (Bild 5).
Erst Analyse macht aus Daten Informationen
Das gemeinsame Know-how von Atcom und Janitza erlaubt es, die Daten umfassend zu nutzen und ohne Umwege wieder in die Steuerung einzuspielen, wie G. Müllers bestätigt: „Das ganzheitliche Angebot aus Hardware, Dienstleistung, Lastmanagement und Automatisierung ist für einen Messgeräte-Hersteller ein Alleinstellungsmerkmal. Damit können wir den Quarzwerken neben dem Lastund Lastspitzenmanagement, dem Monitoring und der Anlagensteuerung auch eine Betriebsdatenerfassung zur Verfügung stellen, also die Korrelation von Energiedaten mit Produktionsdaten, Chargenprotokolle etc.“
Ein zentrales Element in der Energieversorgung ist die Gridvis, da auch der Bestand an Fremdmessgeräten eingebunden werden kann. Nach und nach werden alle Produktionsstätten mit ihr ausgerüstet. Dann kann S. Müller von seinem Büro aus die aktuellen und historischen Daten aller Standorte abrufen.
Schnittstellen für alle Fälle: von Fremdgeräten bis zur Strompreisbörse
Die Gridvis bietet viel mehr als eine reine Visualisierung. Natürlich lassen sich die Daten beliebig filtern und in Form von Sankey-Diagrammen, Heatmaps, Einlinien-, Säulen- und Kuchendiagrammen darstellen: beispielsweise die Lastverteilung fossiler und erneuerbarer Energien und ihre Zuordnung zu einzelnen Endverbrauchern. Die Software bietet aber noch viel mehr. So zeigt ein Lastdreieck den Ist-Wert und diverse Prognose-Kennlinien. Sie dienen als Entscheidungshilfe für das Ab- und Zuschalten von Verbrauchern, um teure Lastspitzen zu vermeiden.
Eine ECO-Auswertung in Verbindung mit der eingesetzten SPS-Steuerung für das Lastmanagement zeigt die Energieflüsse von bezogener und selbst erzeugter Energie an und macht so den aktuellen Autarkiegrad sichtbar.
Eine Besonderheit, die nicht jedes vergleichbare System beherrscht, ist eine in der SPS-Steuerung realisierte API-Schnittstelle, welche die Börsenpreise für den nächsten Tag zur Verfügung stellt. Die Informationen kommen von den Strompreisbörsen EPEX Spot, bzw. EEX Leipzig, deren Daten über den Dienstleister „Awattar“ vermittelt werden. Sie dienen als Basis für Entscheidungen, ob etwa Strom besser verkauft oder gespeichert werden soll. Derzeit wird diese Option noch nicht genutzt, ist aber für die nähere Zukunft geplant.
Ein weiteres Highlight ist eine Bildmaske für die Regelschemata des BHKW und des PV-Parks. Sie zeigt den Zustand der Anlage und eine Rückspeise-Leistungs-Überwachung.
Dazu kommen viele weitere Optionen, wie ein Berichtseditor, um eigene Leistungsdaten detaillierter zu analysieren und zu präsentieren, eine Maske für Alarme, Benutzerverwaltung usw. Auch spezielle Kundenwünsche lassen sich realisieren. So zeigt eine Maske den Status der Wechselrichter für die PV-Anlage an und löst bei Bedarf einen Wartungsalarm aus. S. Müller lobt das System: „Die Gridvis ist sehr übersichtlich und frei konfigurierbar, sodass man sie auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Außerdem ist sie skalierbar. Wir werden weiter in erneuerbare Energien investieren, das können wir dann problemlos einbauen.“


