Richtungsanzeigen verkürzen Ausfallzeiten

Bild 5: Grafik (Quelle: Schneider Electric Energy)
Die Grundlage einer fehlernahen Stationsfreischaltung sind Informationen aus dem betroffenen Netzbereich. In der Regel ist in Ortsnetzstationen kein mittelspannungsseitiger Schutz integriert und eine Fehlererfassung erfolgt in Stichnetzen über Kurzschlussanzeiger. Anders bei der intelligenten Netzstation, die neben einer wandlerstrombetätigten und hilfsspannungsunabhängigen Kurzschlussanzeigeeinheit Flair 22D von Schneider Electric zusätzlich zur Erdschlussrichtungserfassung das patentierte Flair 200C (Bild 4) – erstmals auf dem deutschen Markt im Einsatz – enthält. Dieses erfasst und meldet Erdschlüsse richtungsbezogen, ohne den Einsatz von Spannungswandlern, und liefert zusätzlich alle relevanten Messwerte wie Strom, Spannung und Leistung. Als Messspannung dient hierbei die Niederspannung, die das Gerät versorgt. Die Umrechnung der Spannungswerte auf die MS-Seite erfolgt durch die softwaremäßige Abbildung der Transformatoreigenschaften.
Anzeige und Überwachung der Netzqualität
In die intelligente Netzstation ist weiterhin die kompakte Netzqualitätsanzeige und -überwachungseinheit Powerlogic PM850 integriert. Hierbei handelt es sich um ein Universalmessgerät zur Analyse der Spannungsqualität nach DIN EN 50160. Damit können neben allen relevanten Messwerten auch Oberschwingungen bis zur 63. Harmonischen erfasst und angezeigt werden. Außerdem lassen sich im Gesamtsystem bis zu 30 000 Werte zu Analysezwecken speichern.
Netzanalysen helfen Kosten zu optimieren
Im Rahmen des intelligenten Stationskonzepts werden Netzberechnungen und Netznutzungsanalysen durchgeführt, die bei der Netzauslastungs- und Erneuerungsstrategie unterstützen. Sie helfen, erforderliche Investitionen zu optimieren sowie langfristig das Versorgungsnetz zu entflechten und zu vereinfachen. Der Einsatz regelbarer Transformatoren wirkt sich dabei positiv auf die Investitionsplanung im Niederspannungsnetz aus.
Zusammenfassung
Die Netzstation der Zukunft wird grundsätzlich eine intelligente Netzstation sein und durch eine intelligente Vermaschung mit übergeordneten Schaltstationen und Umspannwerken den wirtschaftlichen und störungsfreien Netzbetrieb garantieren. Zusätzlich können Netzbetreiber durch das Nachrüsten von Bausteinen die Netzauswirkungen, die durch neue dezentrale Energieeinspeisungen entstehen, beherrschen und optimieren (Bild 5). Netzbetreiber, die die intelligente Ortsnetzstation bereits besichtigt oder für Tests und Entwicklungen im Einsatz haben, attestieren ihr Effizienz, gute Funktionalität und Kompaktheit. Damit rückt der Begriff „Smart Grid“ einen großen Schritt von einer Zukunftsvision in Richtung Realität.