Direktantrieb und integrierte Kühlung

Bild 02: Das Keramikmaterial wird bei 20 mbar bis 40 mbar absolut entlüftet. Das Vakuum ist regelbar, um nicht in den Bereich der Dampfblasenbildung zu kommen. So wird dem Material keine Feuchtigkeit entzogen. (Quelle: ECT-Kema)
Die bei ECT-Kema verbauten Getriebe werden von Motoren der Baureihe DRN.. angetrieben. Diese sind über einen Ritzelzapfen direkt mit dem Planetengetriebe verbunden. Der Motordirektanbau erspart den sonst üblichen Adapterflansch, wodurch die Antriebseinheit auch in der Länge kompakt ausgeführt ist. Die Getriebe überzeugen zudem durch ihre hohe thermische Grenzleistung. Ein in die Motorschnittstelle integrierter Lüfter saugt die Umgebungsluft radial an, beschleunigt diese und erzeugt einen kühlenden Luftstrom. Dadurch können die Getriebe auch bei hoher Auslastung zuverlässig im vorgesehenen Temperaturbereich betrieben werden. Externe Kühlsysteme sind nicht erforderlich.
Partnerschaft auf Augenhöhe
„Die Keramikmasse ist abrasiv ohne Ende“, sagt T. Seidel. Dieser Abschliff erfordert Schutzmaßnahmen, zum Beispiel das Auskleiden von Maschinenteilen mit widerstandsfähigen Beschichtungen oder gar Hartmetall. Entscheidungen darüber treffe man stets in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden, so der Geschäftsführer. Ziel sei es, die Eigenschaften der gesamten Anlage so festzulegen, dass man gleichmäßige Wartungszyklen erreicht. Diese liegen meist bei einem knappen Jahr. Die wartungsarmen und robusten Planetengetriebe sowie die hohe Teileverfügbarkeit von SEW-Eurodrive unterstützen diese Zielsetzung.
Im Bereich der Antriebstechnik ist der Spezialist aus Bruchsal seit Jahren ein bevorzugter Partner von ECT-Kema. „Wenn es um die Auslegung des Antriebs geht, um die Leistung und den Drehzahlbereich des Extruders, ist SEW meist sehr früh mit an Bord. Für uns ist diese enge Zusammenarbeit vom ersten Tag an wichtig“, unterstreicht T. Seidel. Außerdem benötige man einen Partner, der auf denselben Auslandsmärkten aktiv ist.
Komplexe Technik einfach für Kunden vorbereitet
Durch optimiertes Kneten lässt sich der Pressdruck bei der Extrusion erheblich reduzieren. Das ist wichtig im Hinblick auf immer filigranere Profile, die begrenzte Belastbarkeit der Mundstücke an den Extrudern und den geforderten Ausstoß. Üblicherweise beträgt die Stranggeschwindigkeit etwa 3m/min. Mit ihr taktet der Kunde seine gesamte Anlage durch: Cutter, Ofen, Mikrowellentrockner – bis hin zur Verpackung. „Anfangs hatten wir unsere Geschäftsaktivitäten auf Extruder beschränkt. Doch jede erfolgreiche Konstruktion bildete die Blaupause für die nächste kundenspezifische Lösung mit zusätzlichen Optionen und den jeweils erforderlichen regionalen Anpassungen. Heute liefern wir die Kühltechnik mit, eine leistungsfähige Steuerung, die vor- und nachgeschaltete Geräte mit einbindet, zum Beispiel Abschneider, Bypasstechnik, Mixer und Zerkleinerungstechnik. Es wird immer komplexer“, erläutert T. Seidel.
Mittlerweile fertigt ECT-Kema Anlagen mit Leitungen, Kabeln, Bypass, Beschickungssystem, Mess- und Wägeeinrichtungen. Am Unternehmensstandort wird die gesamte Anlage aufgebaut und ihre Steuerung programmiert. Das spart beim Kunden Zeit bei der Inbetriebnahme. „Dadurch sind wir in der Regel innerhalb einer Woche fertig“, berichtet der Geschäftsführer. „Der Kunde muss noch seine Keramikmasse zur Verfügung stellen, dann kann es losgehen.“ (ih)
Literatur
- ECT-Kema GmbH, Markersdorf: www.ect-kema.de
- SEW-Eurodrive GmbH & Co KG, Bruchsal:

