Kryptoagilität und Post-Quantum-Kryptografie

Codemeter erfüllt unterschiedliche Richtlinien weltweit. Bild

Bild 02: Codemeter erfüllt unterschiedliche Richtlinien weltweit. (Quelle: Wibu-Systems)

Lizenzen und Schlüssel werden in CmContainern gespeichert.

Bild 03: Lizenzen und Schlüssel werden in CmContainern gespeichert. (Quelle: Wibu-Systems)

Derzeit sind nach aktuellem Wissensstand noch keine Quantencomputerangriffe auf Verschlüsselungsverfahren möglich. Auch wenn dieser Tag X irgendwann kommt, bedeutet das noch immer einen enormen Aufwand für das Brechen jeder einzelnen Verschlüsselung.

Bei taktisch motivierten Angriffen auf Systeme ändert sich die Lage grundlegend. Sobald der Wert der geschützten Daten die Kosten eines Quantenangriffs übersteigt, muss der Schutz angepasst werden. Deshalb integriert Codemeter Post-Quantum-Kryptografie (PQC) bereits in alle Produkte, um zum entscheidenden Zeitpunkt voll funktionsfähige PQC-Software im Einsatz zu haben.

Die kommende Generation der Codemeter-Dongles bewältigt längere PQC-Schlüssel und aktuelle Verfahren wie ML-KEM oder ML-DSA. Kryptoagilität ist von Grund auf berücksichtigt, sodass Algorithmuswechsel mit existierender Hard- und Software machbar bleiben. Die Codemeter-Plattform übernimmt PQC-Vorbereitungen und implementiert sie in laufenden Produkten – Kunden werden so entlastet. In ressourcenbeschränkten Umgebungen wie Mikrocontrollern – wo PQC durch Schlüssellängen und Rechenaufwand limitiert ist – gewährleisten hybride Ansätze Schutz und Lizenzierung.

Zertifikatshandling und Standards

Immer mehr Anwendungen nutzen X.509-Zertifikate, etwa für E-Mail-Verschlüsselung (S/Mime), Netzwerksicherheit oder TLS-Kommunikation. Standardmäßig liegen Zertifikate und Schlüssel ungeschützt auf der Festplatte – ausreichend für Webzugriffe, aber unzureichend für sichere Authentifizierung oder Signaturen. Schutz auf aktuellem Stand speichert private Schlüssel in Secure Elements wie TPM, Sicherheitschips oder CmDongles.

Bei Systemen mit Codemeter Runtime oder Codemeter Embedded ermöglicht der Certificate Vault die sichere Speicherung von X.509-Zertifikaten in CmDongles und bietet über PKCS#11 nahtlosen Zugriff für Anwendungen wie OpenSSL oder mbed TLS. Private Schlüssel verbleiben hardwaregeschützt; beim Entfernen des Dongles sind sie nicht mehr verfügbar. Damit erfüllen Hersteller aktuelle IT-Sicherheitsanforderungen und können CmDongles neben Lizenzierung und Softwareschutz auch für Zertifikatsmanagement und PKI-Integration einsetzen.

Erfüllung gesetzlicher Vorgaben

Die Industrie unterliegt strengen Normen für sichere Software in Anlagen und Komponenten. Obwohl viele übereinstimmen, spezifiziert jeder globale Wirtschaftsraum eigene Regelwerke (Bild 2). Codemeter assistiert Softwareherstellern und Anlagenbauern bei effizienter Umsetzung – mittels Tamper-Proofing, Kryptoagilität und Lizenzkonformität bis hin zur Zertifikatsunterstützung. Dabei werden Kernaspekte wie Risikomanagement, Integrität sowie Updates adressiert, um Zertifizierungsprozesse zu optimieren.

Wesentliche Merkmale

Codemeter Runtime fungiert als Dienst auf Desktop-PC. Codemeter Embedded wird als Software-Library direkt in die zu schützende Applikation eingebettet. Beide verwenden identische Codemeter-API-Funktionen, Lizenzformate für Lizenzen sowie Schlüssel in CmContainern (CmDongle, softwarebasierte CmActLicense, CmCloudContainer) und sind nahtlos mit Codemeter License Central kompatibel (Bild 3). Sie decken gängige Betriebssysteme und Hardware-Plattformen ab, bis hin zu Mikrocontrollern. Softwarehersteller und Firmware-Entwickler selektieren aus einem modularen Baukasten Komponenten und integrieren sie reibungslos ins Lizenzsystem. Die Codemeter Protection Suite erweitert dies um direkten, hochauflösenden IP-Schutz in der Applikation.

Fazit

Codemeter Embedded bietet Embedded-Sicherheit für Mikrocontroller und integriert den Schutz in das Codemeter-Universum. Embedded-Systeme profitieren so von Zukunftsfähigkeit durch PQC und Standards wie PKCS#11.

Literatur

  1. Wibu-Systems AG, Karlsruhe: www.wibu.com
Marco Blume ist Product/R&D Manager Embedded bei der Wibu-Systems AG in Karlsruhe. info@wibu.com
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