Brücke für heutige und zukünftige Anforderungen
Die kommenden Kommunikationscontroller integrieren Sicherheitsmechanismen für Secure Gigabit auf verschiedenen Ebenen und bieten gleichzeitig hohe Leistung bei niedrigem Energieverbrauch. Die neuen Chips von Hilscher zeichnen sich durch ihre Fähigkeit zur schnellen Datenverarbeitung und -übertragung aus. Sie nutzen hochmoderne Technologie, um große Mengen an Daten in Echtzeit zu verarbeiten, was für die effiziente Steuerung und Überwachung industrieller Prozesse in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein wird. Zudem bieten diese Netzwerkprozessoren hohe Zuverlässigkeit und Robustheit, um den anspruchsvollen Anforderungen industrieller Anwendungen gerecht zu werden. „Unsere neuen 2-Port-Chips werden alle Standard-Gigabit-Ethernet-Protokolle unterstützen, aber auch noch Feldbusse und damit eine Brücke schlagen zwischen heutigen und zukünftigen Anforderungen“, sagt N. Trapp.
Zunächst wird es zwei Varianten der Chips geben: den netX 902 und den netX 912. Der netX 902 dient als Companion Chip und übernimmt sofort Kommunikationsaufgaben, während der netX 912 zusätzlich über einen eigenen Applikationsprozessor verfügt. Auf der Kommunikationsseite integrieren beide Chips innovative Technologien, die Industrial-Ethernet-Protokolle sowie Feldbusse unterstützen, darunter Profinet, Ethernet/IP, Ethercat, Modbus TCP, OPC UA Pub/Sub, Profibus, Devicenet, CANopen und CC-Link IE TSN. Powerlink und Sercos werden jedoch nicht mehr unterstützt, da die dahinter stehenden Nutzerorganisationen entweder aufgelöst wurden oder auf Nachfolgelösungen umgestellt haben.
Beide netX-900-Chips verfügen auf der Seite des Kommunikationssystems über einen All-Ethernet-Switch, eine Communication CPU auf Basis eines ARM-Prozessors für Firmware sowie einen SRAM-Speicher von 3 MByte. Eine Speichererweiterung für OctaRAM und HyperRAM ist ebenfalls möglich. Ein herausragendes Merkmal ist die Integration von Sicherheitsmechanismen, insbesondere der Realtime Encryption Accelerator, der sich direkt im Datenpfad als Trustzone befindet, um eine schnelle und effiziente Verschlüsselung zu gewährleisten.
Der Applikationsbereich des netX 912 umfasst zusätzlich eine Application CPU, GMAC, 512 kB-SRAM und eine Speichererweiterung. Das Security Management Processing bietet Sicherheitsfunktionen, wie Secure Debug, UniqueID, Key Management, Certificate Management, Lifecycle Management und Crypto Engine. Diese Maßnahmen erfüllen die Anforderungen der IEC 62443 und berücksichtigen sogar die sichere Entsorgung von Daten bei der Außerbetriebnahme. Das Flash-Interface dient zum Booten, und es stehen serielle oder parallele Schnittstellen für den Adressdatenaustausch sowie alternativ ein PCIe-Interface zur Verfügung.
Der kleinere Bruder, der netX 902, verfügt nicht über einen ausgeprägten Applikationsbereich, sondern bietet ein API für den Kundenzugriff. „Diese Schnittstelle ermöglicht beispielsweise die Anbindung einer Edge-Architektur“, erläutert der Kommunikationsexperte.
Per Chip-Upgrade für die Zukunft gerüstet
Die neuen Chips von Hilscher sollen den Übergang von 100-Mbit- zu Gigabit-Ethernet-Anwendungen erleichtern und es den Anwendern ermöglichen, ihre Produkte mit einem einfachen Chip-Upgrade auf höchste Sicherheitsstandards umzustellen und Gigabit-Ethernet-Kommunikation zu nutzen. „Die neuen Chips sind komplementär zum netX 90. In Bezug auf die Kommunikationsapplikation gibt es bei den neuen Chips keinen Unterschied“, hebt N. Trapp hervor. „Die Chips netX 90 und netX 51/52 werden weiter zur Verfügung stehen. Wenn Gigabit-Ethernet ein Thema ist, dann kommen die neuen Prozessoren ins Spiel.“
N. Trapp betont abschließend, dass es darum geht, Automatisierungsprodukte in die sichere Welt von morgen mitzunehmen: „Angesichts des bevorstehenden Cyber Resilience Acts, der 2024 beschlossen und dann mit etwas Verzögerung in Kraft treten wird, ist es ratsam, auf netX umzusteigen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“ Kundenbemusterungen werden voraussichtlich in 2025 verfügbar sein, da Softwareanpassungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.
Hilscher plant, nach und nach seine eigenen Geräte wie Edge-Gateways mit den neuen Chips auszustatten. Diese Chips eignen sich auch für Kleinsteuerungen, Encoder, IP67-Module, Ventilinseln und vieles mehr. Damit sind Anwender in der Lage, ihre Produkte mit einem Chip-Upgrade auf höchste Sicherheitsstandards umzustellen und für die Kommunikation über Gigabit-Ethernet-Protokolle gerüstet zu sein.
Literatur
- Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH, Hattersheim: www.hilscher.com

