Computergestützte Systeme sind entscheidend für Betrieb, Steuerung und Sicherheit von Schiffen – daher ist der Schutz elektronischer Systeme vor Netzangriffen von zentraler Bedeutung.

Bild 01: Computergestützte Systeme sind entscheidend für Betrieb, Steuerung und Sicherheit von Schiffen – daher ist der Schutz elektronischer Systeme vor Netzangriffen von zentraler Bedeutung. (Quelle: Wago/Getty Images_ Baac3nes_1130940079)

Im modernen Schiffbau sind computergestützte Systeme entscheidend für Betrieb, Steuerung und Sicherheit von Schiffen. Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen jedoch auch die Risiken. Online-Angriffe auf Schiffe können die Besatzung, Passagiere und Ladung gefährden. Die International Association of Classification Societies (IACS) [5] mit Sitz in London hat deshalb einheitliche Standards für die Cyberresilienz von Schiffen entwickelt. Die IACS arbeitet an der Vereinheitlichung der Standards, erstellt Anwendungsregeln und berät die International Maritime Organization (IMO) [6]. Diese Anforderungen definieren den Mindeststandard für computerbasierte Schiffssysteme, u. a. basierend auf der IEC/TS 62443-1-5 [7]. Diese Norm definiert die Cybersicherheit von industriellen Automatisierungssystemen und dient als Leitfaden für Lieferanten.

Zusammenarbeit im Zeichen der Sicherheit

Die Umsetzung dieser Anforderungen ist jedoch nicht die Aufgabe eines einzelnen Gerätelieferanten, Betreibers, Integrators oder einer einzelnen Werft, sondern erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten (Bild 2). Als einer der international führenden Anbieter elektrischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik gehört Wago [8] zu den Gerätelieferanten und muss sicherstellen, dass seine Produkte sicher entwickelt werden sowie  den Anforderungen der Normenreihe IEC 62443 und für die Schifffahrt den IACS-Standards entsprechen. Gleichzeitig muss eine Werft, die diese Steuerungstechnik in Schiffsantriebssysteme einsetzt, gewährleisten, dass die Systeme korrekt konfiguriert und sicher in das Gesamtsystem des Schiffes integriert werden.

Schließlich erfolgt die Zertifizierung der auf den Schiffen eingesetzten Gesamtsysteme durch internationale Klassifikationsgesellschaften.  Für eine strukturierte und normenkonforme Vorbereitung und Begleitung solcher Zertifizierungen empfiehlt sich eine spezialisierte Sicherheitsberatung (Security Consulting). Wago Security Consulting [9] bietet umfassende Sicherheitslösungen für OT-Netzwerke, die durch Assessments, Anomalieerkennung, maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte und technische Umsetzung unterstützt werden (Bild 3). Jens Sparmann, Security Systemspezialist bei Wago, formuliert die Aufgabe wie folgt (Bild 4): „Ein Ziel unserer Arbeit ist es, unsere Kunden bei der Erfüllung von Sicherheitsstandards wie der NIS-2-Richtlinie zu begleiten und ihre OT-Infrastrukturen gegen Cyberbedrohungen zu schützen.“

Gemeinsam stark: Cybersicherheit auf das nächste Level heben

Im rheinland-pfälzischen Spay am Rhein ist einer der weltweit renommiertesten Lieferanten für maritime Antriebssysteme zu Hause: Schottel [10] konstruiert, produziert und vertreibt von hier aus vollständig steuerbare Antriebs- und Manövriersysteme sowie komplette Antriebsanlagen bis 30 MW Leistung für Schiffe aller Art und Größe (Bild 5).

Die Sicherheit der entwickelten Systeme stand neben der Zuverlässigkeit und Bedienerfreundlichkeit schon immer im Fokus des Unternehmens „Die neuen Regularien im Bereich Cybersecurity haben unseren Blick in Sachen Sicherheit nochmals geschärft“, erläutert Gerald Püschel, der seit über 20 Jahren in der Hard- und Softwareentwicklung von Schottel tätig ist. „Schottel hat das Thema Cybersecurity in anderen Entwicklungsprojekten bereits erfolgreich umgesetzt. Die neuen Regularien erforderten eine zusätzliche Sicherheitskomponente bei den Steuerungen, die unser Know-how gesamtheitlich komplettieren sollte.“

Für die Sicherheitsberatung wählten die Verantwortlichen schließlich Wago: „Wir arbeiten seit fast 20 Jahren mit Wago zusammen, kennen die Personen und die Updates im Portfolio. Bei der Aufgabenstellung nach cyberresilienten Automationslösungen war Wago für uns der Partner auf Augenhöhe“, erklärt Tim Hommrich, ebenfalls Hard- und Softwareentwickler bei Schottel.

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