Bild 01: Im Projekt Colt Data Centre Services Frankfurt wurden die USV-Systeme modernisiert und erweitert, um den aktuellen sowie den zukünftigen Leistungsbedarf zu decken. (Quelle: RPS S.P.A)
Um das Projekt Colt Data Centre Services Frankfurt erfolgreich umzusetzen, waren verschiedene infrastrukturelle, organisatorische und finanzielle Voraussetzungen notwendig. Die bestehende Infrastruktur umfasste Transformatoren, Netzersatzanlagen (NEA) und USV-Anlagen. Die USV-Systeme mussten modernisiert und erweitert werden, um den aktuellen und zukünftigen Leistungsbedarf zu decken. Eine detaillierte Untersuchung des Standorts war erforderlich, um die Eignung für die Wiederverwendung von elektrischen und BMS-Anschlüssen (Building Management System) festzustellen. Die bestehenden Anlagen sollten stillgelegt, demontiert und entsorgt werden, einschließlich der Rückgewinnung und Entsorgung von Schadstoffen gemäß EU-Rechtsvorschriften.
Vor dem Beginn der Umbauarbeiten wurde mit dem Auftraggeber ein detaillierter Ablaufplan erarbeitet. Dieser stellte sicher, dass jederzeit eine ausreichende Anzahl von Komponenten betriebsbereit waren, um Ausfallzeiten zu vermeiden. Zudem mussten alle Änderungen den Vorschriften entsprechen und Genehmigungen eingeholt werden. Dazu war zum Beispiel ein vollständiges Dokumentationspaket, einschließlich Methodenanweisungen, Zeichnungen, Zeitplänen, Spezifikationen und Datenblättern erforderlich.
Vorteile moderner USV-Anlagen
Durch den modularen Aufbau der neuen USV-Systeme können diese in kleinen Schritten angepasst werden, was eine einfache Erweiterung der Kapazität ohne größere Umbauten ermöglicht (Bild 2). Dies führt zu einer besseren Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und reduziert die Notwendigkeit für zusätzliche Investitionen in neue Anlagen. Die Skalierbarkeit des Systems von 2 ×67 kW bis zu 4×1,6 MW bietet eine hohe Flexibilität bei wechselnden Lasten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reduktion des Kühlungsbedarfs: Die USV-Anlagen arbeiten ohne Leistungseinbußen bei bis zu 40 °C Umgebungstemperatur, was zu erheblichen Energieeinsparungen führt. Dies bedeutet, dass bei einer großflächigen Implementierung die Gesamtkosten für Kühlung und Energieverbrauch weiter sinken würden.
Die Verwendung von Siliziumkarbid (SiC)-Modulen führt zu weniger Verlustleistung und somit zu weniger Wärmeentwicklung, was die Effizienz und Nachhaltigkeit des Systems weiter verbessert. Durch die geringere Wärmeentwicklung wird das Wärmemanagement optimiert, was die Belastung der Komponenten reduziert und deren Lebensdauer verlängert.
Die langfristige Lebensdauer der neuen Systeme, die auf 15 Jahre ausgelegt ist, ohne dass Verschleißteile wie Lüfter und Kondensatoren ausgetauscht werden müssen, trägt ebenfalls zu den Skaleneffekten bei. Dies reduziert die Wartungskosten und erhöht die Zuverlässigkeit des Systems.
Insgesamt führen diese Effekte zu einer verbesserten Kosteneffizienz, einer höheren Energieeinsparung und einer besseren Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, was die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit jedes Projekts weiter steigert.