Ergebnisse
Um die bestmögliche Entscheidung bezüglich der Verbesserung der Infrastruktur treffen zu können, werden die verschiedenen Modellszenarien miteinander verglichen. Beim externen Szenario gibt es zwei Modelle: das der aktuellen Infrastruktur und die Erweiterung der Infrastruktur durch eine Firewall direkt am Übergang. Der Vergleich zeigt die Änderung der Risikowerte an. Im zweiten Szenario kommt der Angreifer aus einem inneren Netz. Der Risikovergleich zeigt die aktuelle Infrastruktur mit dem Risiko eines internen Angreifers und die Veränderung durch die Netzwerksegmentierung innerhalb der Produktionseinheiten.
Aus den oben beschriebenen Prozessen ergaben sich für das Unternehmen auch einfache Maßnahmen, die eigenständig umgesetzt werden konnten. Hierzu zählen die Anpassungen der Konfiguration der Firewallsysteme, die Einführung komplexerer Passworte ohne häufigen Wechsel bei den Systemen in der Produktion sowie die Erstellung von Vorgaben für Dienstleister und Maschinenlieferanten.
Positiv ist aufgefallen, dass unmittelbar nach der Installa- tion von Irma bereits zielführende Maßnahmen identifiziert wurden, eine grundsätzliche Angriffserkennung möglich war und sofort erste Berechnungen zu potenziellen Angriffswegen und -wahrscheinlichkeiten erfolgen konnte.
Der Informationsexport aus Irma in das Securicad-Modell stellt dabei sicher, dass alle relevanten Informationen zur Risikoeinschätzung betrachtet wurden. Die Möglichkeit, den aktuellen Zustand der Infrastruktur auf Knopfdruck zu exportieren, führt zu einem dauerhaften zyklischen Risikomanagement, welches auf tagesaktuelle Daten zugreift und sich durch die Datenübernahme in einen dauerhaften Risikoprozess einbetten lässt.
Irma überwacht kontinuierlich sämtliche Produktionsanlagen, liefert Informationen zu Cyberangriffen und ermöglicht die Analyse und intelligente Alarmierung mittels einer übersichtlichen Management-Konsole. So können verzögerungsfrei Aktionen gestartet werden, um den Angriff zu stoppen oder seine Folgen wirkungsvoll zu entschärfen. Securicad sorgt mit der Messmethodik dafür, dass stets der gleiche Weg zur Quantifizierung des System-Risikos benutzt wird. Dieser Weg lässt sich beispielsweise auch in einem Audit oder einer bevorstehenden Zertifizierung darlegen.
In der Kombination von Irma und Securicad liefern die Daten eine Entscheidungsvorlage zur Beschreibung des aktuellen Risikos und zur Identifikation der effektivsten Maßnahmen zur Risikominimierung. Mithilfe dieses dauerhaften Risikomanagements lässt sich die Verfügbarkeit der Produktionsanlage erhöhen und die Anfälligkeit gegenüber technischen Risiken verringern.
Die Geschäftsführung hat bereits im Verlauf des Projekts aktuelle Informationen zur Möglichkeit eines Cyberangriffs erhalten. Die Wahrscheinlichkeit eines Cyberangriffs und somit das unternehmerische Risiko eines Betriebsstillstands wurden fundiert gemessen und konnten bewertet werden. Die differenzierte Betrachtung der zwei Szenarien und die identifizierten Maßnahmen erhöhten die Resilienz der Produktionsanlage. Die Anpassungen der finanziellen Rückstellungen für einen Produktionsstillstand finanzierten nicht nur die Security-Maßnahmen.
Literatur
[1] Irma von der Videc GmbH, Bremen: http://www.videc.de/produkte/%20irma-cybersecurity-risikomanagement-intrusion-detection-%20system
[2] Barelmann, D.: Monitoring und Erkennung von Anomalien in Anlagen. etz elektrotechnik & automation 140 (2020) H. 8, S. 42–43
[3] Industrieanlagenreilienz direkt aus der Infrastruktur: securithon.de/industrieanlagen-resilienz-direkt-aus- infrastruktur-daten
[4] Securicad-Schnittstelle zu Irma: http://securithon.de/schnittstelle-%20irma