Anwenderspezifisches HMI-Komplettsystem für die Fertigung eines Herstellers von Verpackungen für Lebensmittel.

Bild 01: Anwenderspezifisches HMI-Komplettsystem für die Fertigung eines Herstellers von Verpackungen für Lebensmittel. (Quelle: Rose_Systemtechnik)

Im Frühjahr 2025 startete Audi am Standort Heilbronn eine kleine Revolution: Die weltweit erste Karosseriefertigung, die auf einer virtuellen speicherprogrammierbaren Steuerung mit Sicherheitsfunktion von Siemens basiert. Die Steuerung befindet sich in einer lokalen Cloud und ermöglicht die flexible datengetriebene Produktion sowie die Überwachung und Steuerung der Fertigung in Echtzeit von jedem beliebigen Ort aus. Audi erhofft sich von der Implementierung der Cloudsteuerung eine Steigerung der Agilität, Effizienz und Sicherheit – mit dem Ziel einer flexibleren, zukunftsfähigen Fertigung.

Wegbereiter Software-SPS

Cloudbasierte Steuerungen übernehmen die Aufgaben einer klassischen SPS. Sie laufen aber nicht mehr auf einem Panel-PC direkt an einem Arbeitsplatz in der Fertigung, sondern in einem Rechenzentrum. Das befindet sich entweder auf dem Firmengelände oder bei einem externen Dienstleister. Die Monitore direkt an der Fertigungslinie dienen „nur noch“ der Visualisierung der an den dortigen Montageplätzen ablaufenden Arbeitsschritte. Auf ihnen wird keine Steuerungssoftware mehr gehostet.

Die Verlagerung von Maschinen- und Prozesssteuerungen in die Cloud ist eine logische Weiterentwicklung der Software-SPS, die sich in den letzten zehn Jahren mehr und mehr etabliert haben. Im Gegensatz zu einer klassischen Hardware-SPS benötigen Software-SPS keine spezifische Hardware mehr als Basis, sondern können auf normalen PC betrieben werden. Der Anwender kann für die SPS also seine ohnehin vorhandene IT-Infrastruktur nutzen. Das spart Kosten und erhöht die Flexibilität, da sich die Steuerung schnell und einfach an sich ändernde Produktionsbedingungen anpassen lässt.

Für große Anlagen ideal: Cloudsteuerung

Nachdem sich Software-SPS immer weiter verbreiteten, war es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Schritt erfolgte: die Auslagerung der Anlagensteuerung in die Cloud. „Das ist besonders bei komplexen Fertigungsanlagen sinnvoll“, meint Nils Stello, Geschäftsbereichsleiter HMI bei Rose Systemtechnik (Bild 2). Bei seinen Kundenbesuchen erfährt er aus erster Hand, was die Industrie aktuell beschäftigt. „Wir sind gerade mit einem namhaften Unternehmen im Gespräch, das sich vorstellen kann, in einigen Jahren seine gesamte Fertigung aus der Cloud zu steuern.“ Diese Firma hat aktuell Panel-PC von Rose im Einsatz, die in einigen Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden. Derzeit wird die Nachfolgegeneration der Industrie-PC konzipiert und dazu die Anforderungen an die Gehäuse der neuen Geräte definiert.

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