Projektdurchführung – vom Pflichtenheft bis zur abschließenden Dokumentation
Zunächst erstellte Heitec ein detailliertes Pflichtenheft mit Risikoanalyse, das als Grundlage für die Modernisierung diente. Die vorhandene Steuerungstechnik wurde durch eine Siemens-Steuerung mit einer fehlersicheren CPU ersetzt und die Anbindung der Sensorik und Aktorik sowie die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht. Durch den Einsatz einer F-Steuerung wurde die Anlage zudem für potenzielle spätere Änderungen oder Erweiterungen vorbereitet. Insgesamt achtete das Projektteam darauf, die Veränderungen auf das absolut Nötige zu beschränken und die Komponentenauswahl basierend auf guter Verfügbarkeit vorzunehmen.
Eine nicht einwandfrei funktionierende Messbrücke an Station 11 wurde entfernt. Um die zuverlässige Entladung der Kondensatoren festzustellen und eine gefahrlose händische Entnahme zu ermöglichen, implementierte Heitec am Ende der Testphase stattdessen eine Spannungsmessung mit einem zulässigen Grenzwert von maximal 50 V.
Die Testspannung wurde dem Kundenwunsch entsprechend von 1,5 kV auf 2 kV erhöht, was eine Neuauslegung der Schaltschrankfelder erforderte, um die zusätzlich notwendig gewordene Hardware, wie neue Transformatoren, Spulen, Schützen und zusätzliche Kompensationsdrosselspulen zu verbauen. Der Gesamtaufbau der Anlage blieb hingegen bestehen. Heitec bestückte die Montageplatten mit den Komponenten dezentral. Der Schaltschrankbau selbst erfolgte nach genauen Vorgaben von Heitec als Sonderanfertigung mit den nötigen Verstärkungen durch eine hauseigene Abteilung von KBR.
Das HMI wurde durch ein neues 12-Zoll-Comfort-Panel ersetzt, welches über ein schwenkbares Tragarmsystem auf dem Dach der Anlage angebracht und nicht mehr, wie bisher, statisch montiert ist (Bild 2). Das Bedienpersonal hat so immer die Anwendung im Blick. Die Parametersätze wurden ergänzt bzw. neu konfiguriert und die Visualisierung überarbeitet, sodass nun bei der Bedienung nicht nur eine ansprechende Optik, sondern auch wesentlich mehr Optionen und Alarmmeldungen für zusätzliche Sicherheit zur Verfügung stehen. „Look & Feel“ der Darstellung und die Auswahl der Bilder stimmte Heitec während der Software-Projektierungsphase eng mit dem Kunden ab.
Die technischen Spezifikationen und Leistungen wurden detailliert dokumentiert sowie eine genaue Bedienanleitung erstellt. Nach Abschluss des mechanischen Aufbaus und Fertigstellen der Elektrik sowie einer Testphase erfolgte die Inbetriebnahme beim Kunden vor Ort nur drei Wochen nach Beginn der Modernisierungsmaßnahmen.
Die einzelnen Schritte bestanden aus Hardware-Projektierung, Risikobeurteilung, einer neuen Steuerungs- und Kompensationstechnik, Software-Engineering, Safety-Programm, einer neuen Visualisierung, Inbetriebnahme und Dokumentation. Abschließend übernahm Heitec auch die Mitarbeiterschulung und die Anlaufbegleitung.
Fazit
„Wir wissen die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den offenen Austausch mit Heitec sehr zu schätzen. Das HeitecTeam ging stets genau auf unsere Wünsche ein und hatte immer die besonderen Anforderungen der Anwendung im Blick. Wir konnten sicher sein, nicht nur die bestmögliche technische, sondern auch die beste wirtschaftliche Lösung zu erhalten, und sehen uns nun für die Zukunft gut gerüstet“, fasst Manuel Dietrich, Leiter Fertigung bei KBR, die erfolgreiche Projektumsetzung zusammen.
Vorteile der Modernisierung auf einen Blick
- Metallsprühanlage für Kondensatoren auf dem neuesten Stand mit fehler- und zukunftssicherer Steuerungstechnik,
- Verbesserung der Produktqualität durch maßgeschneiderte Lösung mit erhöhter Testspannung,
- zuverlässige Sicherheit durch neue Safety-Funktionen und moderne Sicherheitstechnik,
- ergonomische Bedienung und übersichtliche Visualisierung,
- Investitionssicherheit durch Betriebsbereitschaft für die nächsten 15 Jahre,
- garantierte Komponentenverfügbarkeit und transparente Ersatzteilhaltung inklusive Obsoleszenz-Management sowie
- alle Services aus einer Hand durch dediziertes Projektteam.
Literatur
- Heitec AG, Erlangen: www.heitec.de
- KBR EnergyManagement GmbH, Schwabach: www.kbr.de
