Software ertüchtigt Roboter mit menschenähnlichen Fähigkeiten
Je nach Kundenanforderung bzw. Konfiguration kommen jeweils zwei bis drei uEye-2D- bzw. Ensenso-3D-Kameras zum Einsatz. Beide Modelle lassen sich nahtlos in Velum integrieren. „Wir sind Experten in der Aufbereitung der generierten Daten, was besonders bei der Arbeit mit 3D-Punktwolken wichtig ist. Diese Vorverarbeitung ist ein wichtiger Baustein unserer Systeme, um geeigneten Input für unsere KI zu generieren“, unterstreicht T. Doerks. Über Merkmale, wie Nahtverlauf, lokale Erhebungen oder relative Lage von Nähten, analysiert die intelligente Software die Topologie der Textilien, klassifiziert sie über verschiedene Texturen und Stickmuster nach Textilart sowie -klasse und übersetzt diese Erkenntnisse in Roboter befehle.
Die Weiterverarbeitung der Daten geschieht dabei via Convolutional Neural Networks (CNN) und klassischer Bildverarbeitung. „Wir nutzen IDS peak, das Software Development Kit von IDS. Wir verbinden uns über Python und die IDS Library mit unserem System“, verrät Till Rickert, Mitgründer und CPO von Sewts. „Der Mehrwert des IDS-Softwarepakets liegt für uns vor allem in der einfachen Kalibrierung und Einbindung in unser High-Tech-Vision-System.
KI ist der Kern unserer Technologie. Es bedarf intelligenter Algorithmen, um adaptive Systeme zu bauen, die mit nicht deterministischen Automatisierungs prozessen zurechtkommen. Deshalb nutzen wir die neuesten Erkenntnisse der KI-Forschung, verfeinern sie für unsere Bedürfnisse und fügen sie schließlich zu einem großen Ganzen zusammen“, ergänzt T. Rickert. Es empfängt diverse Sensordaten (zum Beispiel optische Informationen), zieht daraus Schlüsse auf einer menschenähnlichen Kognitionsebene und übersetzt diese in Roboterbefehle. Auf diese Weise führen Systeme wie Velum Aufgaben durch, für die bisher dermenschliche Verstand erforderlich war. Genau das entspricht der Unternehmens philosophie von Sewts: „Unser Ziel ist es, komplexe manuelle Arbeit in reibungslose Automatisierung zu verwandeln.“
Ausblick
Mit Systemen wie Velum können Wäschereien ihren Durchsatz unabhängig von der Personalsituation steigern und damit ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. „Durch das Schließen dieser Automatisierungslücke können wir die Produktivität einer Textilwaschstraße nahe zu verdoppeln“, versichert CEO Alexander Bley. Auch für Kleidung, wie Shirts und Hosen, können IDS-Kameras künftig eingesetzt werden. „Es ist wichtig, die Eigenschaften dieser Materialien zu verstehen, um robuste Prozesse zu implementieren. Dieser reichen wir durch hoch entwickelte Material simulationen. Wir wollen es ermöglichen, die Produktion von Kleidung zu automatisieren und diese kosteneffizient zurück an den Nutzungsort zu verlagern. Auf diese Weise verkürzen wir die Transportwege, schaffen zu verlässigere Lieferketten, sparen CO2-Emissionen und bekämpfen das Problem der Überproduktion“, sagt A. Bley abschließend.
Literatur
- Sewts GmbH, München: www.sewts.com
- IDS Imaging Development Systems GmbH, Obersulm: www.ids-imaging.de

