Bild 01: Die HDD-Bohranlagen von Tracto sind darauf ausgelegt, sowohl gerade als auch kurvige Bohrtrassen für Strom-, Gas-, Kommunikations- oder Wasserleitungen durch jede Art von Gelände anzulegen. (Quelle: Helukabel)
Tracto [1] ist Mitbegründer, Gestalter und Innovator der grabenlosen Bauweise. Seit mehr als 60 Jahren entwickelt das Familienunternehmen innovative Lösungen für eine geschlossene, grabenlose und ressourcenschonende Bauweise – landläufig auch als „Maulwurf-Technologie“ bekannt. Das offizielle Markenzeichen des Sauerländer Unternehmens ist deshalb der Maulwurf „Mauli“.
„Unsere Technik kommt auf der ganzen Welt zum Einsatz: In Städten, auf Bergen, in unwegsamem Gelände und in Naturschutzgebieten“, berichtet Konstrukteur Stefan Hermes (Bild 2) von der F&E bei Tracto. „Die grabenlose Bauweise ist gegenüber konventionellen Methoden flächen- und ressourcenschonender und verursacht weniger Lärm-, CO2- und Feinstaubemissionen. Außerdem lassen sich damit Bauzeiten verkürzen und Kosten einsparen.“ Mittlerweile ist das Unternehmen weltweit mit 850 Mitarbeitern international anerkannter Partner.
Ortungssystem verschafft Bohrsicherheit
Das Tracto-Sortiment reicht von den sogenannten Erdraketen der Serie Grundomat, die pneumatisch angetrieben durch das Erdreich schießen, bis zu den steuerbaren Bohrgeräten der Grundodrill-Familie: Diese gewaltigen Maschinen mit den Dimensionen einer Pistenraupe sind darauf ausgelegt, sowohl gerade als auch kurvige Bohrtrassen für Strom-, Gas-, Kommunikations- oder Wasserleitungen durch jede Art von Gelände anzulegen. Der Name dieses Verfahrens: Horizontal Directional Drilling, oder kurz HDD.
Die Grundodrill-Anlagen (Bild 1) sind mit einem steuerbaren Bohrkopf ausgestattet, mit dem in der Regel zuerst eine Pilotbohrung entlang der geplanten Bohrtrasse erstellt wird. Bewegt wird er mithilfe von 3 m langen Bohrstangen, die in einem Magazin aufbewahrt und bei Bedarf automatisch aneinandergeschraubt werden. Je nach Ausführung sind mehr als 200 m Gesamtlänge möglich. Eine Bohrspülung aus Wasser und dem Tonmineral Bentonit unterstützt den Vorgang. Beim Zurückziehen des Bohrgestänges wird der Bohrkanal durch einen Aufweitkopf vergrößert und das anhängende Rohr in die Trasse eingezogen. „Über einen Sender im Bohrkopf kann der Benutzer den Bohrverlauf mit einem Ortungssystem permanent überwachen und bei Bedarf korrigieren“, ergänzt S. Hermes. „Dadurch lassen sich Hindernisse wie bestehende Leitungen um- oder unterfahren.“