Auf der EMO im September in Hannover präsentiert Schaeffler beispielsweise die Profilschienenführungen KLLT, das Rollengewindetriebe der Baureihe RGT G5, die mit Keramikkugeln bestückten Gewindetrieblager (hier: ZKLF) und die zweiseitig wirkenden Axialrollen-Radialnadellagern der Baureihe YRTA (v.o.l. n.u.r.). (Quelle: Schaeffler)
Vom 22. bis 26. September findet die EMO 2025 als Weltleitmesse der Produktionstechnologie in Hannover statt. Schaeffler tritt hier als Aussteller mit einer Vielzahl an Innovationen an. Dazu zählen beispielsweise eine neue vierreihige Profilschienenführung der Baureihe KLLT in X-Anordnung, die Rundachsenlagerbaureihe YRTA & YRTAG für die Automation in Produktionsanlagen sowie Gewindetrieblager mit Keramikkugeln, die optimal bei Kurzhubanwendungen einsetzbar sind.
Vierreihige Profilschienenführungen
Für Achsen außerhalb des Bearbeitungsraums als auch für das Werkstück- und Werkzeughandling fordern Hersteller besonders wartungsarme und langlebige Rundachslagerungen und Linearführungen. "Außerdem gilt es, ein neues Optimum zwischen Funktion und Wirtschaftlichkeit zu finden, damit der Return-on-Invest der Automationslösung schnell erreicht wird", wissen die Schaeffler-Experten. Mit seinen vierreihigen Profilschienenführungen der Baureihe KLLT in X-Anordnung erfüllt das Unternehmen nun genau diese Anforderungen. So wird mit ihnen das Portfolio an Schaeffler-Linearführungen speziell für die Anforderungen in der Peripherie von Produktionsmaschinen erweitert. Wie Dietmar Ruby, Leiter Entwicklung Linearführungssysteme, ausführte, zeichnen sich die Profilschienenführungen KLLT vor allem dadurch aus, dass sie sich auch an Unterkonstruktionen mit geringen Formfehlern besser anpassen können, ohne dass signifikante Zwangskräfte entstehen. Damit möchte sich Schaeffler neue Anwendungsfelder erschließen.
Neue Rundachslager für die Automation
Für Rundachsen außerhalb des Bearbeitungsraums entwickelten die Schaeffler-Ingenieure aus ihrer bewährten Rundachslagerbaureihe YRTC die neue Baureihe YRTA (A=Automation). "Mit veränderten Herstellungsverfahren und einem neuen Nadelkäfig können diese zweiseitig wirkenden Axialrollen-Radialnadellager die Anforderungen, wie hohe Kippsteifigkeit, lange Gebrauchsdauer und Wartungsarmut, ideal erfüllen", geben die Experten an.
Bei angetriebenen Rundtischen und insbesondere solchen, die nicht für die Simultanbearbeitung eingesetzt werden, beobachten die Experten einen Trend hin zu Getriebemotoren. Um den konstruktiven Aufwand von Rundachsen mit Getriebe, den Bauraum, die Komplexität und die Montagezeit zu reduzieren, bieten die Rundachslager YRTC und YRTA den Vorteil: Sie können mit einer Stirnverzahnung am Außendurchmesser geordert werden (YRTCG, YRTAG). Die Verzahnung ersetzt so das kundenseitige Getriebestirnrad. "Dem geforderten Drehmoment entsprechend wird der Innenring in passender Breite und in Gerad- oder Schrägverzahnung ausgeführt. Diese Lösung ist für den Antrieb von Frästischen und Schwenkachsen von Fräsbrücken und Fräsköpfen oder Automationsachsen hervorragend geeignet", wird berichtet. Zudem würde die Integration des Winkelmesssystems Amosin in die Lagerung dadurch nicht beeinflusst und das Winkelmesssystem wird nach wie vor für diese Lager angeboten.
Mit der Integration mehrerer Bearbeitungsprozesse in eine Maschine steigen die Anforderungen an die Flexibilität und Präzision beträchtlich. "Fräs-Drehtische müssen sowohl hohe Drehzahlen beim Drehen als auch eine sehr hohe Steifigkeit beim Fräsen gewährleisten", führte Martin Härtel, Specialist Technical Sales vom Sector Development, weiter aus. Besonders freute er sich, dass Schaeffler auf der EMO für diese Anwendungen seine „Schnellläufer“ unter den Rundachslagern, die zweireihigen Schrägkugellager der Baureihe ZKLDF und die zweiseitig wirkenden Axial-Radial-Rollenlager YRTS in zwei neuen Baugrößen mit Durchmessern von 580 und 650 mm präsentiert.
Neue Rollengewindetriebe
Mit der Akquise von Ewellix und der Harmonisierung des Produktprogramms sind nun weitere Baugrößen an geschliffenen Rollengewindetrieben RGT in das Portfolio von Schaeffler Linear Motion geflossen. Kunden stehen nun Baugrößen von 8 mm bis 240 mm in einem Kraftbereich bis zu 4.000 kN Tragzahl zur Auswahl.
"In der Werkzeugmaschinenindustrie finden diese Rollengewindetriebe beispielsweise Anwendung in Vorschubachsen von Gewindewalzmaschinen, in Bohr-Fräsköpfen und als Antrieb von Räummaschinen – also überall dort, wo große Kräfte, genaue Positionierung und ein Monitoring des Kraft-Weg-Verlaufs gefordert sind", berichteten die Experten weiter. Für den Markt der Vorschubachsen bietet Schaeffler ein breites Programm an Kugelgewindetrieben KGT und für spezielle Anwendungen mit kleinen Gesamtsteigungen von unter 1 mm den Planetenwälzgewindetrieb PWG.
Kurzhubanwendungen im Blick
Werden Gewindetrieblager von Vorschubspindeln permanent kleinen Schwenkwinkeln ausgesetzt, besteht die Gefahr, dass der Schmierstoff aus dem Wälzkontakt gedrückt wird und Schäden am Wälzlager durch Mangelschmierung entstehen („false brinelling“). Für diese Einsatzfälle zeigte Schaeffler eine einfache und effiziente Lösung: die zweireihigen Schrägkugellager der Baureihen ZKLN und ZKLF (mit Flanschbefestigung) sowie die dreireihige Variante DKFLA werden mit Keramikwälzkörpern ausgerüstet. "Diese Ausführungen bieten eine hohe Betriebssicherheit bei kurzen Hüben und Stillstandschwingungen. Die dynamische Tragfähigkeit und die rechnerische Lebensdauer der Lager verändern sich nicht. Mit dem Einsatz von Keramikwälzkörpern verdoppelt sich sogar die Fettgebrauchsdauer. Durch ,false brinelling' verursachte Stillstände und Serviceeinsätze können mit diesen Lagern zuverlässig vermieden werden", wurde als wichtiger Aspekt angegeben.
EMO: Halle 6, Stand 146