Elena Schultz, Geschäftsführerin der AMA Service GmbH: "Wir erwarten über 370 Aussteller und gehen der besten Sensor+Test seit der Pandemie entgegen. Deutlich zu erkennen ist aber auch das enorme internationale Interesse." (Quelle: AMA Service GmbH)
Frau Schultz, die schwache konjunkturelle Lage macht derzeit vielen Automatisierern zu schaffen. Wie hat die Sensorik- und Messtechnikbranche das Jahr 2023 abgeschlossen, und welche Erwartungen haben Ihre Mitglieder für 2024?
E. Schultz: Sensorik- und Messtechnik finden als Schlüsseltechnologien in einem sehr breiten Bereich Anwendung. Das macht ihren Erfolg zwar unempfindlich gegen Schwächen in einzelnen Industriebranchen, ein Rückgang in der aktuellen Breite geht aber auch an der erfolgsverwöhnten Sensorik und Messtechnik nicht spurlos vorbei. Auch wenn das Jahr 2023 insgesamt noch mit einem Umsatzplus von 6 % abgeschlossen werden konnte, zeigte das vierte Quartal 2023 bereits einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Für 2024 ergeben die Umfragen des AMA Verbandes für Sensorik und Messtechnik e.V. demzufolge ein deutlich gedämpftes Umsatzplus von 2 % als Erwartung der Branche.
Wie wirkt sich die aktuelle Lage auf die Sensor+Test aus: Wie viele Aussteller erwarten Sie, und mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?
E. Schultz: Nicht nur nach den Umfragen, sondern auch nach unserem Buchungsstand gehen die Unternehmen die aktuelle Situation offensiv an. Wir erwarten mehr als 370 Aussteller und gehen der besten Sensor+Test seit der Pandemie entgegen. Deutlich zu erkennen ist aber auch das enorme internationale Interesse. Der Anteil ausländischer Unternehmen unter den Ausstellern liegt fast schon bei 50 % - ein absoluter Rekordwert, der die weltweite Bedeutung unserer Messe sehr gut belegt. Bei den Besuchern ist eine Prognose aufgrund der bereits beschriebenen Konjunkturentwicklung schwierig. Wir erwarten deutlich über 5.000 Besucher und sind auch hierbei auf die internationale Beteiligung sehr gespannt.
In den vergangenen Jahren haben Sie mit einem innovativen Rahmenprogramm beeindruckt. Auf welche Highlights dürfen sich Besucher in diesem Jahr freuen?
E. Schultz: Wir starten in diesem Jahr zum ersten Mal mit der Calibration Area durch. Die zunehmende Digitalisierung treibt auch die Zahl der Messstellen immer weiter in die Höhe und der damit ebenfalls kontinuierlich wachsende Kalibierbedarf wird sich mit althergebrachten Konzepten bald nicht mehr bewältigen lassen. Mit der Calibration Area wollen wir den Handlungsbedarf aufzeigen und innovativen Ansätzen zur Lösung dieser zukunftsrelevanten Aufgabe ein Forum bieten. Das wird auch sicher keine Eintagsfliege sein, sondern ein längeres Projekt, das wir wegen seiner Bedeutung in den kommenden Jahren fortführen und weiter ausbauen werden.
Ein zweiter wichtiger Punkt sind unsere Aktivitäten zur Heranführung qualifizierter Fachkräfte für die Branche. Nachwuchskräften aber auch erfahrenen und hochqualifizierten Bewerbern bieten wir mit Jobbörse, den Job-Lounges und dem Career Center vielfältige Möglichkeiten, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Und für die Aussteller bietet sich eine hocheffiziente Gelegenheit, sich ohne großen Zusatzaufwand zukünftigen Mitarbeitern zu präsentieren. Das Rahmenprogramm ist damit natürlich noch lange nicht zu Ende, und bis zur Messe werden wir noch intensiv daran arbeiten, den Mehrwert für Besucher und Aussteller weiter zu steigern.
Was sind Ihre persönlichen Sensor+Test-Highlights für 2024?