Auswirkungen auf Planung und Installation

Installation mit einem Kombi-Ableiter ohne ACI-Technologie und externer Vorsicherung (links); Skizze der addierten Leitungslängen (rechts)

Bild 02: Installation mit einem Kombi-Ableiter ohne ACI-Technologie und externer Vorsicherung (links); Skizze der addierten Leitungslängen (rechts) (Quelle: Dehn)

Installationen mit einem Kombi-Ableiter mit ACI-Technologie (jeweils oben); Skizzen der addierten Leitungslängen (jeweils unten)

Bild 03: Installationen mit einem Kombi-Ableiter mit ACI-Technologie (jeweils oben); Skizzen der addierten Leitungslängen (jeweils unten) (Quelle: Dehn)

Durch den Einsatz von ACI-­Typ­1­-Ableitern wandelt sich der Planungsprozess von einer variablen Berechnungsaufgabe hin zu einer standardisierten Lösung. Dies führt zu konkreten planerischen Vorzügen:

  • Entfall der Vorsicherung: Da die Trennfunktion integriert ist, entfallen der Platzbedarf für Sicherungshalter sowie aufwendige Selektivitätsbetrachtungen. Die Technologie ist selektiv zu vorgelagerten Sicherungen und Leistungsschaltern. Größere Vorsicherungen zur Erzielung von Selektivität sind nicht erforderlich.
  • Optimierung der Anschlusslängen: Der Wegfall der externen Überstromschutzeinrichtung ermöglicht die Einhaltung der 0,5­m­Regel nach DIN VDE 0100­534 (VDE 0100­534):2016­10 auch in kompakten NSHV-Feldern (Bild 3).
  • Vereinfachte Dimensionierung: Ein Anschlussquerschnitt von 16 mm2 Cu ist unabhängig vom Kurzschlussstrom am Einbauort stets ausreichend. Wesentlich für die Fachplanung ist hierbei die Verwendung von erd­- und kurzschlussfesten Leitungen, um höchste Sicherheitsstandards zu wahren.

Diese Standardisierung reduziert nicht nur die Montagezeit, sondern eliminiert auch potenzielle Fehlerquellen bei der Auslegung des Schutzsystems.

Betrieb, Wartung und Sicherheit: Das modulare Anlagenkonzept

Beim Kombi­-Ableiter Dehnventil ACI von Dehn [2] ist das Schutzmodul als modularer Monoblock konzipiert, was ein effizientes Wartungsmanagement ermöglicht. Die integrierte Freischaltfunktion erlaubt den Modultausch im laufenden Betrieb unter Einhaltung arbeitsschutzrelevanter Vorgaben mit isoliertem Werkzeug. Ein wesentliches Sicherheitsmerkmal ist die Einhaltung der Überspannungskategorie IV (6 kV gemäß DIN VDE 0100­443 (VDE 0100­443):2016­ 10 [3]) am Ende der Lebensdauer. Die integrierte mechanische Freischaltung stellt sicher, dass auch im Defektfall die erforderliche Isolationsfestigkeit gewahrt bleibt. Die technische Überlegenheit verdeutlicht sich im Durchlassintegral (i²t). Der Wert am simulierten Lebensdauerende eines ACI-Ableiters ist (bei 50 kA Kurzschlussstrom) deutlich niedriger als bei einer konventionellen 35­A­NH-­Sicherung. Diese energetische Begrenzung verhindert das Verschweißen von Kontakten und schützt die 16­mm2 ­Anschlussleitung zuverlässig vor thermischer Zerstörung. Die stoßstromgeprüfte Kontaktierung auf Hutschiene oder Sammelschiene vervollständigt das mechanische Konzept.

Verbesserte Anbindung des Erdanschlusses

Trotz der prozesstechnischen Vereinfachungen müssen grundlegende elektrotechnische Prinzipien gewahrt bleiben. Einhäufiger Planungsfehler ist die unzureichende PE­-Anbindung. Obwohl die ACI-­Technologie einen reduzierten Querschnitt von 16 mm2 Cu ermöglicht, muss diese Verbindung niederimpedant und auf kürzestem Weg ausgeführt sowie erd­ und kurzschlussfest verlegt werden. Gerade die oft sehr beengten Platzverhältnisse verlangen nach flexiblen und sicherheitsorientierten Lösungen. Hier punktet das Dehnventil ACI M TNS 264 FM mit seinen vielfältigen mechanischen Befestigungsmöglichkeiten – ob Hutschiene (Bild 3, links), Montageplatte, Schaltschrankwand oder Sammelschiene PE mit M8­Schraube (Bild 3, rechts). Die stoßstromgeprüfte Kontaktierung des PE-­Anschlusses sorgt zusätzlich für höchste Zuverlässigkeit und Sicherheit im laufenden Betrieb.

Fazit

Die Implementierung der ACI-­Technologie in Typ­1­-Ableitern löst die Zielkonflikte zwischen Schutzwirkung, Platzbedarf und Normkonformität am Speisepunkt. Die Integration der Trennvorrichtung erleichtert Planern die Einhaltung gültiger Normen, da komplexe Berechnungen zur Selektivität und zum Leitungsquerschnitt entfallen. Für den Anlagenbetreiber resultiert daraus eine erhöhte Verfügbarkeit bei gleichzeitig reduziertem Wartungsaufwand. Die Technologie bietet somit eine robuste Antwort auf die steigenden Anforderungen moderner Industrieumgebungen.

Literatur

  1. DIN VDE 0100-534 (VDE 0100-534):2016-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-53: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Trennen, Schalten und Steuern – Abschnitt 534: Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPD). Berlin · Offenbach: VDE VERLAG
  2. Dehn SE, Neumarkt: www.dehn.de
  3. DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443):2016-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-44: Schutzmaßnahmen – Schutz bei Störspannungen und elektromagnetischen Störgrößen – Abschnitt 443: Schutz bei transienten Überspannungen infolge atmosphärischer Einflüsse oder von Schaltvorgängen. Berlin · Offenbach: VDE VERLAG
Patrick Spangler ist Teamleiter Produktmanagement Red/Line bei der Dehn SE in Neumarkt.
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