VDMA-Grafik Beschäftigtenzahlen Maschinenbau

Beschäftigtenanzahl im Maschinenbau seit 2016. (Quelle: VDMA)

„Unsere Branche steht unter erheblichem Druck. Insbesondere die hohe weltweite Unsicherheit und die damit verbundene Investitionszurückhaltung, aber auch der Strukturwandel und der globale Wettbewerbsdruck stellen die Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Dass viele von ihnen trotz allem an ihrer Stammbelegschaft festhalten, ist Ausdruck ihrer langfristigen Planung und Verantwortung“, erklärt Dr. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA.

Fachkräftemangel bleibt zentrales Thema

Trotz der angespannten Lage am Arbeitsmarkt bleibt der Fachkräftemangel eine strukturelle Herausforderung. Laut ifo-Institut gibt nach wie vor fast jedes vierte Unternehmen (23 %) im Maschinenbau an, durch fehlendes Personal in der Produktion eingeschränkt zu sein. Mehr als ein Viertel der Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau wird in den nächsten zehn Jahren das Renteneintrittsalter erreicht haben. Der Fachkräftemangel bleibt langfristig bestehen. „Hierauf muss die Politik endlich reagieren:  Anreize zur Frühverrentung müssen weg, das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht werden“, fordert Fabian Seus, Leiter Competence Arbeitsmarkt beim VDMA. „Auch das Thema Fachkräfteeinwanderung darf dabei nicht vergessen werden. Hier brauchen wir vor allem schnellere Anerkennungsverfahren und das Zeitarbeitsverbot muss weg“, fordert F. Seus.

Strukturwandel mutig angehen

Aufgabe für Unternehmen und Politik sei es, den Strukturwandel mutig anzugehen. Nur so soll die industrielle Basis in Deutschland und damit Beschäftigung dauerhaft gesichert werden können. Die Unternehmen sollten noch stärker die Chancen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz ergreifen. Neue Möglichkeiten ergeben sich auch auf neuen Absatzmärkten, etwa in den ASEAN-Staaten, Afrika oder Lateinamerika. Hier braucht es mehr unternehmerischen Mut für neue Geschäftsmodelle. „Dafür benötigen wir einen Politikwechsel, der Planungssicherheit schafft und wirtschaftliche Dynamik ermöglicht. Wer den Industriestandort Deutschland sichern will, muss den Stillstand beenden“, fordert J. Gernandt.

Reformen am Arbeitsmarkt dringend notwendig

Eine zentrale Rolle für die künftige Entwicklung der Beschäftigung spielen auch die Bedingungen am Arbeitsmarkt. Geringere Arbeitskosten seien laut VDMA ein Muss, um gerade den industriellen Mittelstand wettbewerbsfähig zu halten. „Die drängendste politische Aufgabe ist es, die Sozialabgaben zu senken. Wir benötigen ein wettbewerbsfähiges Niveau, maximal 40 %, um Beschäftigung anzureizen. Jeder Prozentpunkt darüber macht den Standort unattraktiver und gefährdet Arbeitsplätze“, mahnt F. Seus. „Das erreichen wir nur durch Reformen in allen Sozialversicherungen. Digitalisierung kann hier sicherlich helfen, aber es müssen auch Leistungen grundsätzlich hinterfragt werden“, betont F. Seus.

VDMA (af)

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