VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt (Quelle: VDMA)

Im Berichtsmonat Dezember gingen die Auftragseingänge um real 5 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Treiber war hier ein Minus von 11 % aus dem Nicht-Euro-Ausland, teilweise zu erklären durch Großaufträge im Vorjahresmonat. Aus den Euro-Ländern wurde ein Bestellrückgang von 3 % verbucht, womit die Auslandsorders insgesamt um 9 % sanken. Die Bestellungen aus dem Inland legten dagegen um 7 % zum Vorjahr zu.

Leichtes Produktionsplus für 2026 prognostiziert

„Die Anzeichen auf eine konjunkturelle Bodenbildung für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland verdichten sich. Das zeigt sich in der Auftragsstagnation auf Jahressicht sowie insbesondere in den wachsenden Bestellungen im vierten Quartal. Für 2026 prognostizieren wir daher unverändert ein kleines Plus in der Produktion von real 1 %. Darüber hinaus liegt es an der Politik, strukturelle Reformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts einzuleiten, die ein nachhaltiges und höheres Wachstum ermöglichen“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt. Das vierte Quartal 2025 (Oktober bis Dezember) brachte ein Plus von real 3 % in die Auftragsbücher. Bestellungen aus dem Inland blieben in diesem Zeitraum konstant zum Vorjahr. Aus dem Ausland kamen 4 % mehr Orders (Euro-Länder: minus 2 %, Nicht-Euro-Länder: plus 6 %).

Unsicherheit bleibt hoch

Insgesamt hat sich die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt leicht aufgehellt. Laut der im Januar durchgeführten VDMA-Konjunkturerhebung bewerten knapp 30 % der insgesamt 962 Unternehmen die aktuelle Lage als „sehr gut“ oder „gut“. In der vorangegangenen Umfrage aus dem Oktober lag dieser Wert noch bei 23 %. Weniger als ein Viertel der Unternehmen (24 %) gibt dagegen das Urteil “schlecht” oder “sehr schlecht” ab (Oktober-Umfrage: 33 %). Auch die Aussichten haben sich spürbar verbessert. Fast jedes dritte Unternehmen (30 %) ist optimistisch mit Blick auf die nächsten 6 Monate (Oktober: 21 %). Lediglich 9 % erwarten eine Eintrübung der Lage.
Dies wirkt sich auch auf den Blick nach vorne aus: Für das laufende Jahr rechnen rund 57 % der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, knapp 29 % sehen eine Stagnation als realistisch an und weniger als 15 % erwarten einen Umsatzrückgang.

„Es bewerten mehr Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als positiv im Vergleich zu den negativen Einschätzungen. Zuletzt war dies im Frühjahr 2024 der Fall. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen – mehr jedoch nicht. Die Unsicherheit bleibt hoch und die Stimmung auch mit Blick auf die fragile Entwicklung in zentralen Kundenbranchen und Absatzregionen angespannt“, resümiert J. Gernandt.
 

VDMA (af)

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