Entwicklung des Produktionsvolumens der deutschen Intralogistikbranche. (Quelle: VDMA)
Für die Fördertechnik- und Intralogistikanbieter in Deutschland steht unter dem Jahresabschluss 2025 ein Minus von 7 % im Produktionsvolumen. Damit fällt der Wert auf 25,8 Mrd. Euro. Die hiesigen Hersteller kämpfen vor allem mit der schwachen Industriekonjunktur, rückläufiger Nachfrage in wichtigen Schlüsselbranchen wie beispielsweise dem Automobilsektor, aber auch mit geopolitischen Unsicherheiten und veränderten Wettbewerbsbedingungen auf dem internationalen Parkett. „Die Nachfrage in einzelnen Produktbereichen ist teils deutlich zurückgegangen. Während das erste Halbjahr 2025 noch recht stabil im Vergleich zum Vorjahr verlief, ging die Produktion im zweiten Halbjahr zurück. Etliche Investitionen wurden verschoben, der strukturelle Bedarf bleibt aber hoch. Deshalb erwarten wir spätestens ab 2027 eine Erholung“, sagt Jan Drömer, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und CIO der Neura Mobile Robots GmbH. Da aufgrund der aktuellen Bedingungen kurzfristig kein Wachstum zu erwarten ist, geht der Fachverband für 2026 von einer gleichbleibenden Entwicklung und einem erneuten Produktionsvolumen in Höhe von 25,8 Mrd. Euro aus.
Intralogistikexporte aus Deutschland rückläufig
Zu den veränderten internationalen Wettbewerbsbedingungen zählen die US-Zölle. Die USA sind der wichtigste Handelspartner für deutsche Intralogistikanbieter. 2025 lag das Exportvolumen bei rund 2,3 Mrd. Euro, 7 % niedriger als noch 2024. Zwar reagierte die Industrie mit punktuellen Vorzieheffekten auf die im Sommer 2025 eingeführten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium, doch unterm Strich belasteten die verschärften Handelsbedingungen den Warenaustausch. Auch das Gesamtexportvolumen der hiesigen Hersteller ging 2025 insgesamt zurück. Mit rund 18,6 Mrd. Euro lag es 7 % unter dem Vorjahreswert (2024: 20,1 Mrd. Euro). In Europa (EU27 sowie die anderen europäischen Länder) verbleiben ca. 60 % aller deutschen Intralogistikexporte mit einem Wert von 11,6 Mrd. Euro. Zu den wichtigsten Handelspartnern gehören hier Frankreich (1,1 Mrd. Euro Exportvolumen), Italien (1 Mrd. Euro) und die Niederlande (1 Mrd. Euro). China rangiert mittlerweile auf Platz 14 der Kundenländer. Hier wurden 2025 Intralogistikexporte in Höhe von 326,8 Mio. Euro verzeichnet, ein Minus von 22,8 % gegenüber 2024.
Europäische Intralogistikbranche schwächelt
Der europäische Außenhandel zeigt für 2025 bislang einen Rückgang von ca. 5 % gegenüber 2024, trotz hoher Binnenhandelsaktivität. Das Gesamtexportvolumen der EU27-Länder lag bis einschließlich November 2025 bei rund 53,9 Mrd. Euro. Über die Hälfte dieser Exporte verblieb in der EU. Europa profitiert also von seinem starken Binnenmarkt, kämpft aber mit strukturellen Belastungen wie hohen Energiepreise, geopolitischen Risiken und der schwachen Entwicklung in zentralen EU-Industrien. Die fünf größten Exporteure der EU sind Deutschland, Italien, die Niederlande, Frankreich und Österreich.
Fazit
Trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Schwäche signalisieren wichtige Indikatoren, dass die Intralogistikbranche vor einem möglichen Wendepunkt in den kommenden zwei Jahren stehen könnte. Der Automatisierungsbedarf ist hoch, Technologieinvestitionen im Handel, in der Industrie und in der Logistik bleiben langfristig treibend und verschiedene globale Wachstumsregionen bieten Chancen zur Risikodiversifizierung. Gleichwohl können die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen, wie durch den Krieg in der Golfregion, derzeit nicht verlässlich abgesehen werden. Unter den gegebenen Bedingungen sieht der Fachverband die Stagnation 2026 dennoch als Bodenbildung, von dem aus ab 2027 wieder Wachstumsimpulse erwartet werden.