Bild 01: Von der Maschinenebene bis zum Management-Dashboard – alle Daten fließen durch eine gemeinsame Architektur, die an jedem Standort gleich funktioniert. (Quelle: Videc)
Energieintensive Produktion, internationale Standorte, steigende Nachweispflichten und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele: Wer in diesem Umfeld industriell fertigt, braucht mehr als Zählerstände und Excel-Tabellen. Die EEW Group mit Hauptsitz in Erndtebrück zählt zu den weltweit führenden Herstellern großformatiger längsnahtgeschweißter Stahlrohre. Die Produkte kommen unter anderem in Offshore-Windenergie, Pipelines, Infrastrukturprojekten sowie im Maschinen- und Anlagenbau zum Einsatz. Produziert wird an mehreren Standorten in Europa und Asien (Bild 2).
Damit bewegt sich EEW in einem Umfeld, in dem Energieverbräuche, Lastgänge, Emissionen und Anlagenzustände nicht nur dokumentiert, sondern aktiv gesteuert werden. Denn ob ISO-50001-Zertifizierung, Carbon Footprint, Behördenreporting oder Investitionsbewertung: Ohne belastbare Daten bleibt vieles Schätzung. Hier setzt die Datenplattform an, die EEW seit 2015 mit Acron von Videc aufgebaut hat. Laut Videc verarbeitet das System heute einige Millionen Prozessdaten pro Tag und vernetzt fünf Werke in Europa und Asien auf einer gemeinsamen Datenbasis.
Excel reichte nicht mehr aus
Vor der Einführung von Acron war das Energiemanagement bei EEW stark von manuellen Abläufen geprägt. Daten wurden erfasst, zusammengestellt, geprüft und weiterverarbeitet – vielfach mit Excel. Für einzelne Auswertungen mag das funktionieren. Für ein international aufgestelltes Unternehmen mit wachsendem Zertifizierungs- und Berichtsdruck ist ein solcher Ansatz jedoch fehleranfällig, zeitaufwendig und kaum skalierbar.
EEW suchte daher eine Lösung, die auf offenen Standards basiert, weltweit einheitlich eingesetzt werden kann und sich vom eigenen Team konfigurieren lässt. Gerade dieser Punkt war entscheidend. „Wir wollten eine Software, die wir in eigener Verantwortung konfigurieren können“, bringt es Energiemanager Markus Sonneborn von EEW auf den Punkt.
Der Hintergrund ist praxisnah: In vielen Industrieunternehmen scheitern Datenprojekte nicht daran, dass keine Daten vorhanden wären. Sie scheitern eher daran, dass Anpassungen zu aufwendig sind, Schnittstellen fehlen oder jedes neue Reporting externe Unterstützung erfordert. EEW wollte genau diese Abhängigkeit vermeiden und die Datenhoheit im eigenen Haus behalten.
Eine gemeinsame Datenbasis
Mit Acron wurde eine zentrale Architektur aufgebaut, in der technische Daten im Drei-Sekunden-Takt erfasst, historisiert und für Analysen sowie Audits verfügbar gemacht werden. Die Lösung bildet dabei die Schicht zwischen Maschinenebene, Fachabteilungen und Management-Reporting. Daten aus SPS-Systemen, ERP, Wetterdaten, CSV-Quellen oder weiteren Systemen lassen sich über offene Schnittstellen einbinden. In der Customer Story werden unter anderem OPC UA über KepServerEX genannt. Für die Visualisierung nutzt EEW Power BI, integriert in Microsoft Teams und standortübergreifend verfügbar.
Damit wird Acron zur „Single Source of Truth“: Alle Beteiligten greifen auf dieselbe Datenbasis zu. Das reduziert Medienbrüche, vermeidet Interpretationsspiel räume und schafft Vergleichbarkeit zwischen Standorten. Besonders wertvoll ist das für ein gruppenweites KPI-System. Verbrauchswerte, Kennzahlen, Lastgänge, Produktionsbezüge und Reports lassen sich einheitlich berechnen und auswerten.
Videc positioniert Acron als Prozessdaten-Historian für Erfassung, Archivierung, Analyse und Reporting industrieller Daten. Die Lösung ist auf große Datenmengen, schnelle Abfragen, Langzeitarchivierung und nachvollziehbare Berichte ausgelegt. Für EEW ist besonders die Leistungsfähigkeit der Datenbank ein Argument. M. Sonneborn beschreibt sie als „genial“ – ein kurzes Zitat, das deutlich macht, welchen Stellenwert die Plattform im täglichen Betrieb gewonnen hat.