Oliver Winzenried (r.) und Prof. Dr. Jörn Müller-Quade (l.) im Gespräch in den Räumen von Wibu-Systems in Karlsruhe. (Quelle: Wibu-Systems)
J. Müller-Quade genießt laut einer Unternehmensmitteilung international hohes Ansehen für seine Arbeit in den Bereichen Kryptografie und IT-Sicherheit. Seine Forschungsarbeiten umfassen sicheres Cloud Computing, sichere Mehrparteienberechnungen, formale Sicherheitsdefinitionen und Sicherheitsmodelle sowie hardwarebasierte Vertrauensanker. Dies sind Disziplinen, die für den Schutz von Software, geistigen Eigentums und digitaler Infrastrukturen in kontrollierten und unsicheren Umgebungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Langjährige Kooperation
J. Müller-Quade hat seit 2008 führende akademische Positionen im Bereich IT-Sicherheit am heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) inne. Er leitet die Bereiche Kryptografie und IT-Sicherheit am Kastel, dem Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit. Seine Arbeit bei Kastel konzentriert sich nach Unternehmensangaben auf langfristige Sicherheit, kryptografische Grundlagen und die zuverlässige Gestaltung komplexer digitaler Systeme. Dabei verbindet er formale Sicherheitsmodelle mit angewandten Schutzkonzepten auf Systemebene, die direkt relevant sind für industrielle und kritische Infrastrukturumgebungen.
Die Kooperation zwischen Wibu-Systems und Jörn Müller-Quade besteht seit vielen Jahren. Sie umfasst eine enge Zusammenarbeit bei Softwareschutzkonzepten, hardwaregestützten Sicherheitsmodellen und zukunftsorientierte Sicherheitsstrategien. Er hat die patentierte Blurry-Box-Technologie von Wibu-Systems, die 2014 den ersten Preis beim Deutschen IT-Sicherheitspreis gewann, frühzeitig wissenschaftlich bewertet. Zudem hat er an Expertengesprächen zu Quantencomputern und digitaler Souveränität teilgenommen und war an der Podiumsdiskussion zum Aufbau sicherer und unabhängiger IT-Infrastrukturen im Rahmen der Inno Days 2025 mitwirkend.
„Nachhaltige Sicherheit lässt sich nicht improvisieren. Sie erfordert solide Modelle, robuste Architekturen und ein tiefgreifendes Verständnis dafür, wie Theorie in Systeme umgesetzt wird, die Angriffen in der realen Welt standhalten“, unterstreicht Oliver Winzenried, Vorstand und Gründer von Wibu-Systems. „Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Müller-Quade hat diese Überzeugung immer wieder bestätigt. Seine Berufung in den Aufsichtsrat ist ein logischer Schritt und ein starkes Signal für unser Bekenntnis zu forschungsgestützter, langfristiger
Sicherheit – insbesondere, da Kryptografie, Softwareschutz und Lizenzierung durch Quantencomputing und Regulierung tiefgreifenden Veränderungen unterliegen.“
J. Müller-Quade zufolge spiegelt die Berufung eine außergewöhnliche Überschneidung zwischen akademischer Forschung und industrieller Umsetzung wider. „Wibu-Systems hat sich stets dadurch hervorgetan, dass es Sicherheit durch Undurchsichtigkeit zugunsten transparenter, fundierter Schutzkonzepte abgelehnt hat“, betonte J. Müller-Quade. „Das Unternehmen setzt kryptografische Prinzipien, Hardware-Vertrauensanker und Lizenzierungsmechanismen in praxistaugliche Technologien mit messbarem Sicherheitswert um. Ich freue mich darauf, meine Erfahrung in die strategische Entwicklung dieser Ansätze einzubringen, da digitale Systeme immer komplexer und anfälliger werden.“
Neue Herausforderungen meistern
Mit der Berufung von J. Müller-Quade in den Aufsichtsrat unterstreicht Wibu-Systems seinen Fokus auf Secure-by-Design-Architekturen, kryptografische Agilität und den langfristigen Schutz digitaler Assets – von Embedded- und Industrie-Software bis hin zu cloudbasierten und hybriden Anwendungsmodellen. Seine Expertise soll dem Unternehmen dabei helfen, neuen Herausforderungen wie Post-Quanten-Security, souveränen IT-Infrastrukturen und sich ändernden gesetzlichen Anforderungen zu begegnen.