Carsten Neumann (Marquardt-Gruppe, System Engineering Innovation) und Simone Tornow (Murrelektronik, Global Business Development und Solution Engineering) vertreten die Partnerschaft beider Unternehmen in der Wassersto  wirtschaft.

Bild 01: Carsten Neumann (Marquardt-Gruppe, System Engineering Innovation) und Simone Tornow (Murrelektronik, Global Business Development und Solution Engineering) vertreten die Partnerschaft beider Unternehmen in der Wassersto  wirtschaft. (Quelle: Murrelektronik)

Beide Unternehmen sind tief im industriellen Mittelstand verwurzelt – das eine als Spezialist für dezentrale Automatisierungssysteme, das andere als einer der global führenden Mechatronik-Experten. Was beide verbindet, ist ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Automobilindustrie. Präzision, Stückzahldenken, Fertigungs- und Prozesssicherheit prägen ihr Tun. Heute wird dieses Know-how gezielt auf die Wasserstoffwertschöpfung übertragen – eine Transformation, die zeigt: Der Mittelstand wird zur treibenden Kraft der Energiewende.

Der Knoten im Schaltschrank – verteilte Automatisierung als Skalierungsfaktor

Ein Elektrolyseur integriert zahlreiche prozesstechnische Komponenten, die überwacht und gesteuert werden müssen. Je nach Konzept kommen zentrale oder teildezentrale Automatisierungsstrukturen zum Einsatz.

Mit zunehmender Modularisierung und steigender Anlagenleistung wachsen jedoch Anforderungen an Verkabelung, Installation und Servicezugang. Insbesondere bei modularen Systemen kann eine stark zentralisierte Signalführung zusätzlichen Integrationsaufwand verursachen.

Eine stärker verteilte Automatisierungsarchitektur ermöglicht es, Funktionseinheiten näher am Prozess zu platzieren und Anlagenstrukturen konsequent modular aufzubauen – ein relevanter Faktor für skalierbare Elektrolyseplattformen.

Der neue Ansatz: Dezentral statt zentral

An dieser Stelle setzt Murrelektronik an. Seit über 50 Jahren steht das Unternehmen für konsequent dezentrale elektrische Installation und Automatisierung. Ziel ist es, Energie, Signale, Daten und Diagnosefunktionen direkt dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden – in unmittelbare Nähe zum Prozess.

Intelligente IP67-Feldmodule übernehmen Aufgaben, die traditionell im Schaltschrank angesiedelt waren, und binden Sensoren sowie Aktoren über kurze Leitungswege an. Dadurch reduziert sich die Komplexität der Verdrahtung deutlich. Gleichzeitig sinken Platzbedarf und Planungsaufwand im Schaltschrank.

Der schaltschrankfreie, steckbare Ansatz vereinfacht Installation und Erweiterung, verkürzt Inbetriebnahmezeiten und minimiert Fehlerquellen bei Montage und Service. Weniger Komponenten, standardisierte Schnittstellen und modulare Strukturen erhöhen die Reproduzierbarkeit – ein entscheidender Faktor für skalierbare Elektrolyseplattformen.

In der Praxis lassen sich so Einsparungen von bis zu 30 % bei Installations-, Verdrahtungs- und laufenden Wartungskosten erzielen. Damit wird Dezentralisierung nicht nur zu einem architektonischen, sondern zu einem klar wirtschaftlichen Vorteil für die industrielle Wasserstoffanwendung.

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