Messtechnische Betrachtung an praktischen Einsatzfällen

Bild Schaltungsaufbau (Quelle: Dehn SE)
Zur Verifizierung dieser theoretischen Betrachtungen wurden Messungen mit Typ 1-Ableitern auf Funkenstreckenbasis und auf Varistorbasis durchgeführt, welche nach Herstellerangaben zum Schutz von Endgeräten geeignet sind (Bild 7). Dabei wurde jeweils die Koordination zu einem Referenzvaristor der Ausführung S20K275 geprüft, welcher eine typische Schutzbeschaltung in einem Endgerät bei einer Versorgungsspannung von 230 V darstellt. Als Koordinationskriterium gilt die Durchlassenergie, die ein SPD Typ 1 durchlässt und die beim Referenzvaristor ankommt. Diese wurde bei verschiedenen Amplitudenwerten des 10/350-µs-Stoßstroms bis hin zum maximal in den Herstellerangaben ausgewiesenen Wert (12,5 kA) gemessen. Die Amplitudenwerte werden startend von 0 kA in kleinen Schritten gesteigert, um bei spannungsschaltenden SPD auch den sogenannten „Blind-Spot“ abzudecken. Hierbei handelt es sich um den Amplitudenwert des Stoßstroms, bei dem das spannungsschaltende SPD gerade noch nicht anspricht, und damit die energetische Belastung des Referenzvaristors am größten ist.