Resümee
Die Ergebnisse zeigen klar, dass sich eine funktionierende energetische Koordination zu nachgelagerten Schutzgeräten (Typ 2 und/oder Typ 3) und Endgeräten, ohne detaillierte Kenntnis von deren internem Aufbau, nur mit kombinierten Geräten für Blitz- und Überspannungsschutz (SPD Typ 1), die auf Funkenstreckentechnologie basieren, erreichen lässt. Durch die spannungsschaltende Charakteristik der Funkenstrecke, wird die einlaufende Energie des 10/350-µs-Blitzstroms aufgrund des Wellenbrecher-Prinzips auf ein ausreichend niedriges Niveau heruntergebrochen. Die Funkenstrecke übernimmt nahezu die gesamte Energie, was die nachfolgenden Schutzstufen nur minimal energetisch belastet.
Bei einem SPD Typ 1 auf Varistorbasis ist dies nicht der Fall. Da die Energie hier nicht „geschaltet“, sondern nur begrenzt wird, ergibt sich auch nur eine bestimmte feste Verteilung der Energie zwischen den verschiedenen Schutzstufen und Endgeräten. Da in einem 230/400-V-Niederspannungssystem im Zweifelsfall immer davon auszugehen ist, dass Schutzstufen und Endgeräte mit 275 V bemessen sind, werden diese deutlich höher energetisch belastet. Das kann bereits bei kleinen Blitzströmen zu einer Schädigung und Zerstörung von Komponenten oder Geräten innerhalb der Elektroinstallation führen.
