Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt

Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt. (Quelle: ZVEI / Melanie Bauer)

Im zusammengenommenen Zeitraum von Januar bis einschließlich Oktober 2025 hat die Branche damit 4,8 % mehr neue Bestellungen eingesammelt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hier waren die Inlandsaufträge allerdings noch um 1,1 % rückläufig, wohingegen von ausländischen Geschäftspartnern 9,6 % mehr Orders eingingen. Die Bestellungen aus der Eurozone sowie aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums zogen in den ersten zehn Monaten um 8,2 % beziehungsweise 10,4 % an.

Produktion legt ebenfalls zu, Beschäftigung leicht rückläufig

Die reale, um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland fiel im Oktober 2025 um 3,1 % höher aus als im gleichen Vorjahresmonat. In den gesamten ersten zehn Monaten dieses Jahres blieb der aggregierte Branchenoutput allerdings noch leicht hinter seinem Vorjahreslevel zurück, nämlich um 0,5 %.

879.400 Beschäftigte waren Ende des dritten Quartals in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig. Das sind 1,7 % weniger als vor einem Jahr. 18.400 Menschen arbeiten in der Branche aktuell kurz.

Die nominalen Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kamen im Oktober 2025 auf 19,2 Milliarden Euro und lagen damit um 3,9 % höher als im Vorjahr. Der Inlandsumsatz stieg um 5,9 % auf 9,1 Milliarden Euro und der Auslandsumsatz um 2,2 % auf 10,1 Milliarden Euro. Von den Auslandserlösen wurden 4,2 Milliarden Euro (+8,3 %) mit Kunden aus der Eurozone erwirtschaftet und 5,9 Milliarden Euro (-1,5 %) mit Geschäftspartnern aus Drittländern. Im Gesamtzeitraum von Januar bis Oktober 2025 belief sich der aggregierte Branchenumsatz auf 184,3 Milliarden Euro, womit er um 1,7 % höher ausfiel als noch 2024. Die Erlöse mit inländischen Kunden (von 86,1 Milliarden Euro) lagen in den ersten zehn Monaten noch leicht (um 0,4 %) im Minus. Der Auslandsumsatz nahm dagegen um 3,4 % auf 98,2 Milliarden Euro zu. Sowohl im Geschäft mit dem Euroraum als auch den Ländern außerhalb der Gemeinschaftswährung gab es zwischen Januar und Oktober Zuwächse. Ersteres wuchs um 5,9 % auf 38,8 Milliarden Euro und letzteres um 2,1 % auf 59,4 Milliarden Euro.

Geschäftsklima gibt wieder etwas nach

"Nach der Verbesserung im Oktober hat das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im November 2025 erneut leicht nachgegeben", so A. Gontermann. "Zwar fiel die Beurteilung der aktuellen Lage etwas günstiger aus als im Vormonat, jedoch fielen die allgemeinen Geschäftserwartungen zurück."

Dagegen zogen die spezifischeren Exporterwartungen im November an: Hier verdoppelte sich der Saldo aus Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten mit mehr beziehungsweise weniger Lieferungen ins Ausland planen, von +3 auf +6 Zähler.
 

ZVEI (af)

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