Interview mit Stefanie Kölbl

Das COM-HPC-Mini-Modul TQMxCU1-HPCM bietet optimale Leistungsdaten im Bereich KI und Grafik für Edge-Anwendungen. (Quelle: TQ Group)

Das TQMa95xxSA auf Basis des i.MX95 unterstützt mit vielen Features und einer integrierten NPU (Neural Processor Unit) mit bis zu 2 Tops und einer IPU (Image Processor Unit)beider Umsetzung von Applikationen bei denen künstliche Intelligenz oder Machine Learning/Visionzum Einsatz kommen soll. (Quelle: TQ Group)
Ein weiteres allgemeines Trendthema ist Nachhaltigkeit. Welche Antworten liefen Sie Kunden rund um diese Herausforderung?
S. Kölbl: Die Einhaltung sozialer, umweltbezogener und gesetzlicher Standards ist für TQ eine Selbstverständlichkeit. Deren Umsetzung wird durch Nachhaltigkeitsleitlinien mit einem integrierten Fünf-Jahres-Aktionsplan gewährleistet, der soziale, ökologische und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Zudem achten wir darauf, dass unsere Produkte möglichst zuverlässig und langlebig sind, um einen unnötigen Ressourcenverbrauch infolge eines Ausfalls zu vermeiden. Und gerade im Embedded-Bereich setzen wir auf eine geringe Verlustleis tung, um unseren Kunden weitere Einsparungen ermöglichen zu können.
Bitte geben Sie abschließend noch einen Ein- bzw. Ausblick in Ihre Entwicklungs-Roadmap bzw. Ihre Innovationen 2024/25.
S. Kölbl: Wir werden unsere Roadmap weiter ausbauen, insbesondere mit Fokus auf KI, Security und Konnektivität. Momentan befinden sich Module auf Basis des i.MX95 (NXP), Core Ultra/Meteor Lake (Intel) und AM67 (Texas Instruments) im Entwicklungsendspurt, sodass unsere Module die neuesten Technologien enthalten und insbesondere auch Applikationsspezifika ermöglichen.
Mit Modulen und Boards der neuesten CPU-Generationen werden wir in Kombination mit Entwicklungs- und Fertigungs dienstleistungen unsere Position als Komplettanbieter weiter ausbauen.
Frauen in MINT-Berufen
Frau Kölbl, Frauen für Technik zu begeistern, fällt zumeist schwer. Was fasziniert Sie an Technik?
S. Kölbl: Das Besondere an Technik ist, dass wir mit ihrer Hilfe an den Zukunftstrends von morgen aktiv mitarbeiten und diese mitgestalten können. Durch Technik lassen sich viele alltägliche Themen massiv vereinfachen und effizienter gestalten, sodass sich auch in Zeiten von Fachkräftemangel Fortschritte realisieren lassen. Dabei sind es nicht immer nur die großen Revolutionen, die uns weiterbringen. Auch kleine, kontinuierliche Anpassungen können mit enormen Auswirkungen verbunden sein und das Leben jedes Einzelnen verbessern. Diese Inno vationsstärke und permanente Weiterentwicklung faszinieren mich an der Technik.
Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich beim Einstieg in eine männerdominierte Branche stellen mussten?
S. Kölbl: Natürlich gab es Situationen, in denen Geschäftspartner erst mal irritiert waren, als sie einer jungen Frau als Embedded-Geschäftsbereichs-Leiterin gegenüberstanden. Diese Irritationen ließen sich aber bisher immer gut aus dem Weg räumen, da ich die Anliegen der Partner mit Engagement und Fachwissen lösen konnte.
Ich habe mich selbst nie in dem klassischen Rollenbild „Frau“ gesehen. Deshalb habe ich ohne Vorurteile neue Aufgaben in der Elektronikindustrie übernommen. Aus diesem Grund empfand ich es auch nicht als besonders herausfordernd, sondern als selbstverständlich, dass ich mich persönlich und meinen Berufsweg kontinuierlich weiterentwickeln konnte. Dabei hat mir natürlich auch mein Team geholfen, das mich mit offenen Armen aufgenommen hat und mir ohne Vorurteile begegnet ist.
Welche Botschaft würden Sie an alle Ge schlechter richten, wie die Zusammenarbeit am besten funktionieren kann?
S. Kölbl: Die Zusammenarbeit kann meiner Meinung nach nur optimal funktionieren, wenn jeder und jede offen und aufgeschlossen gegenüber Kollegen und Geschäftspartnern ist. Es zählt lediglich das Engagement und die Leistung jedes und jeder Einzelnen, andere „Bewertungskriterien“ haben keinen Platz im Umgang miteinander. Allen sollten die gleichen Chancen eröffnet werden, dann wären auch Frauenquoten oder Ähnliches hinfällig.
Die Elektronikindustrie und die Technikbranche im Allgemeinen bieten so viele tolle Möglichkeiten, um die Gesellschaft und den eigenen Lebensweg zu bereichern. Wer das Interesse und den Willen hat, sich auch in komplexe Aufgabenstellungen einzuarbeiten, ist in der Technik richtig aufgehoben – egal welchem Geschlecht er oder sie angehört.
