Offene Schnittstellen

Die Wago-Steuerungstechnik im Schaltschrank

Die Wago-Steuerungstechnik im Schaltschrank (Quelle: Wago)

Das Herzstück aus der Nähe: die Wago-Steuerung

Das Herzstück aus der Nähe: die Wago-Steuerung (Quelle: Topas)

Beispielsweise wird im automatischen HEPA/ULPA-Filterscan-Prüfstand AFS150 der Controller PFC 200 eingesetzt. Mit dieser SPS werden Ein- und Ausgabegeräte über die Protokolle CAN, CANopen oder Profibus DP angebunden. Die Kommunikation mit der Anwendungssoftware und den Sicherheitsrelais passiert via Modbus. Die Ethernet-Schnittstellen unterstützen darüber hinaus alle gängigen Protokolle, darunter DHCP, DNS, NTP, FTP, SNMP und HTTP. Für eine sichere Verbindung stehen SSH, HTTPS und FTPS bereit.

Und auch der zur Qualitätsprüfung von KFZ-Innenraumfiltern nach ISO 11155-2 hinsichtlich der Adsorption/Desorption gasförmiger Stoffe eingesetzte Prüfstand PAF 112 zeigt die intensive Zusammenarbeit zwischen Topas und Wago: Neben Reihenklemmen unterschiedlichen Querschnitts und Typs, einem Netzwerkswitch und elektronischen Schutzschaltern bildet das Herz der Steuerung die Wago-SPS 750-891. Sie kommuniziert mit Sicherheitsrelais und Anwendungssoftware via Modbus. Die Sensoren im Prüfstand sind über serielle Schnittstellen angebunden.

Leckagen präzise zuordnen

„Für manche Schritte, wie die Abfolge des Prüfablaufs, die Visualisierung der Vorgänge, das Erzeugen von Diagrammen oder Ähnlichem, setzen wir den PC ein, für alles andere haben wir die passende Wago-SPS“, sagt S. Haufe und ergänzt: „Wir brauchen zwar keine Echtzeitfähigkeit, aber Geschwindigkeit ist dennoch wichtig. Und da hilft die kurze Antwortzeit der SPS, um auffällige Stellen oder Leckagen präzise zuordnen zu können. Insgesamt schätzen wir das flexible Wago-System für komplexe Anwendungen“, so S. Haufe. Am Ende werde in dem Zusammenspiel aus Wago-Komponenten und dem Topas-Know-how das Ziel erreicht, die Reinraumproduktion unzähliger Produkte und höchste Qualitätsstandards bei der Produktion unterschiedlichster Filter zu sichern.

Für kommende Projekte steht schon fest, dass auch die Wago-Controller 750-8212 eingesetzt werden. Sie sind mit schnelleren Prozessoren und mehr Arbeitsspeicher ausgestattet. Eine weitere wichtige Eigenschaft des Controllers: das „Digital Rights Management“. Es ermöglicht die individuelle Erweiterung von Funktionen für verschiedenste Projekte je nach Anforderungen. Hierfür können nachträglich Software-Applikationen und -Schnittstellen mittels Lizenzierung (DRM) freigeschaltet werden. „Für die nahe Zukunft sehen wir schon konkrete Projekte, bei denen diese Funktionen hilfreich sein werden. Sie dürfen auf jeden Fall gespannt bleiben“, sagt S. Haufe abschließend.

Störende Substanzen

  • Partikel, wie Schmutz, Staub, Viren, Haut, Haare oder Make-up;
  • Chemische Verbindungen, wie Öle, Fette, Salze, flüchtige Stoffe;
  • Biologische Kontaminationen, wie Bakterien, Pilze oder Schädlinge;
  • Strahlungen, wie Licht, UV- oder Röntgenstrahlung.

Um bei der Produktion von empfindlichen Halbleiter- und Elektronikkomponenten oder in der Mikrotechnologie Partikelverunreinigungen auszuschließen, rückt meist der Mensch als größte Verunreinigungsquelle in den Fokus. Neben Maschinen und Anlagen und anderen Produktionsmitteln sind es Staub, Haut, Haare oder Make-up, die als kleinste Partikelablagerungen zu Qualitätsverlusten und Funktionsausfällen führen können. Beim Glätten von Metalloberflächen oder Spezialgläsern müssen zusätzlich die Partikel entfernt werden, die beim Polieren selbst entstehen. Für entsprechende Fertigungen gibt es unzählige Filter- und Reinraumkonzepte – von der Auf-Tisch-Variante bis hin zu Hallen-Formaten, in denen ganze Satelliten montiert werden. In der Regel werden in ihnen Aerosole mit (meist laminaren) Luftströmungen vom Werkstück abtransportiert und über aufwendige Filteranlagen entfernt. Zugangsschleusen und Schutzkleidung sorgen dafür, dass möglichst wenig Partikel von außen eingeschleppt werden.

Frank Jablonski
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