Die Planung – Ausgangspunkt einer durchgängigen Produktion

Bild 02: Vom Schaltplan zum fertigen Schaltschrank: Mit intelligenten Funktionen und der bidirektionalen Schnittstelle zu den CAE-Systemen vereinfacht die Engineering-Software Clipx Engineer den Planungsprozess im Schaltschrankbau. (Quelle: Phoenix Contact)
Die Ausgangssituation für die Weitergabe von digital erstellten Schaltschränken ist sehr gut. Denn sobald digitale Tools im Bereich Engineering, Planung und Projektierung zum Einsatz kommen, ist die Erstellung von Schalt-, Aufbau- und Verdrahtungsplänen auf Basis der digitalen Modelle aller Komponenten im CAE-System (Computer Aided Engineering) möglich. Nahezu alle gängigen Systeme verfügen über eine Exportfunktion bzw. eine direkte Schnittstelle zu einer Engineering-Software wie Clipx Engineer von Phoenix Contact [1]. Im Anschluss an den Export übernimmt die Software alle Komponenten, Bauteile, Funktionen, Anschlussquerschnitte und Kennzeichnungsinformationen und zeigt diese digital an. Die Engineering-Software ergänzt dabei den erstellten Schaltplan mit den digitalen Daten des Herstellers der eingesetzten Artikel und Komponenten (Bild 2).
Die Zuweisung der Zubehörartikel ist eine weitere zeitintensive Tätigkeit in der Projektierung. Für die Platzierung des minimal erforderlichen Zubehörs, wie Deckel und Endhalter, bietet die Software eine Autokorrektur-Funktion.
Der Clipx Engineer verfügt zudem über Konfiguratoren, welche den Anwender über technische Attribute schnell und einfach zu den für die jeweilige Aufgabe benötigten Komponenten durch die digitalen Kataloge führen. Zum Beispiel unterstützt die Software beim Einfügen und Aufbau des Nutzens einer Reihenklemme. Diese Komponente hat im gesamten Schaltschrank eine hohe funktionale Vielfalt mit umfangreichem Zubehör und stellt den Anwender häufig vor große Herausforderungen:
- Welche Reihenklemme ist die richtige für die jeweilige Aufgabe?
- Wann ist welches Zubehör mindestens gefordert, um einen Berührschutz zu integrieren und die Klemme sicher auf der Tragschiene zu platzieren?
- Welches Zubehör ist erforderlich, um den funktionalen Umfang einer Reihenklemme zu erweitern?
- Welche Stegbrücken, Stecker, Adapter und Markierungen werden benötigt?
Diese zeitraubende Aufgabe nimmt der Clipx Engineer dem Anwender ab und fügt diese über die vorhandene Schnittstelle automatisch ein.
Des Weiteren werden über die neue bidirektionale Schnittstelle im Clipx Engineer Daten an das führende CAE-System zurückgeschrieben. Diese Daten werden dann zum Beispiel an Verbindungspunkten hinterlegt, wenn das Datenportal im CAE-System aktiv eingesetzt ist.
Wird eine Klemmenleiste eines Schaltschranks im CAE-System erstellt und Verbindungspunkte gesetzt sowie einzelne Verbindungspunkte beschriftet, wird über einen Export in den Clipx Engineer eine Drahtbrücke durch eine Stegbrücke automatisch ersetzt. Dies spart im späteren Montageprozess nicht nur Verdrahtungszeit ein, sondern erfordert auch weniger Verbindungsleitungen – und somit weniger Klemmenpunkte auf den verwendeten Klemmen. Auch werden Beschriftungsmaterialien sowie die Beschriftungen platziert. Somit vervollständigt sich die digitale Beschreibung eines Projekts durch den Clipx Engineer. Die Engineering-Software dient damit als zentrale digitale Datenbasis für die unterschiedlichen Varianten eines Schaltschranks (Bild 3).