Geringere Präzisionsanforderungen an die mechanische Bewegung

Bild 08: Die „NearFi“-Koppler müssen nicht exakt zentriert werden, sie können sich mit einem Versatz oder einem tangentialen Winkel gegenüberstehen (Quelle: Phoenix Contact)
Im Gegensatz zu den üblichen Steckverbinder-Lösungen können die Base- und Remote-Koppler aus beliebigen Richtungen ebenso wie rotierend zueinander geführt werden. Darüber hinaus muss der Anwender die Geräte nicht exakt zentrieren; sie können sich mit einem Versatz oder einem tangentialen Winkel gegenüberstehen. Dies verringert die Präzisionsanforderungen an die mechanische Bewegung von zwei unabhängigen Anlagenteilen erheblich. Bei einem Steckverbinder sind Stecker und Buchse hingegen sehr präzise zu positionieren, weil die empfindlichen Stifte ansonsten schnell beschädigt werden (Bild 8).
In rotierenden Anwendungen kommen manchmal Schleifringe oder optische Drehübertrager zum Einsatz. Bei beiden Systemen tritt ein hoher mechanischer Verschleiß auf. Zudem müssen sie genau gefertigt werden, was die Kosten und die Ausfallraten in die Höhe treibt. „NearFi“-Kopplern reicht dagegen eine einfache, unpräzise Positionierung von Base- und Remote-Gerät aus, um eine zuverlässige, verschleißfreie Übertragung sicherzustellen. Die Koppler werden direkt oder über Befestigungswinkel von drei verschiedenen Seiten mit M5- oder M6-Schrauben fixiert. Auf diese Weise lassen sie sich universell und flexibel montieren.
Durch die Nutzung der „NearFi“-Koppler reduzieren sich folglich Serviceeinsätze, Wartungskosten entfallen und dadurch lässt sich die Anlagenverfügbarkeit steigern. Sinkende Aufwände und optimierte Produktionsprozesse verkürzen ihre Amortisationszeit deutlich.
Die Vorteile auf einen Blick
- Ethernet in Echtzeit: „NearFi“ leitet Ethernet-Daten mit einer Datenrate bis 100 Mbit/s latenzfrei weiter.
- Protokollunabhängig: Anwender können alle üblichen Ethernet-Protokolle nutzen. Auch zukünftige Ethernet-Entwicklungen lassen sich mit „NearFi“ problemlos übertragen, was die Technologie zu einer langfristigen Investition macht.
- Induktive Energieübertragung: Die Koppler ermöglichen ebenfalls eine induktive Energieübertragung. Aufgrund der aktiven Regelung wird die Leistung über den gesamten Arbeitsbereich konstant bei 50 W gehalten.
- Immun gegen elektromagnetische Störungen und andere Funksysteme im Umfeld: Da die Funkkommunikation im Nahfeldbereich über einen sehr geringen Abstand erfolgt, entsteht kein Störspektrum im Umfeld der Geräte, sodass sich zahlreiche „NearFi“-Systeme parallel verwenden lassen sowie eine Koexistenz mit vorhandenen Funktechnologien – zum Beispiel WLAN oder Bluetooth – gegeben ist. Industrielle Störspektren können die „NearFi“-Technologie ebenso nicht beeinflussen.
- Hohe Montagefreiheit: Die „NearFi“-Koppler werden im Gegensatz zu üblichen Steckverbinderlösungen aus beliebigen Richtungen oder auch rotierend zueinander geführt. Des Weiteren müssen sich die Koppler nicht exakt übereinander befinden, sondern können sich mit einem Versatz oder tangentialen Winkel gegenüberstehen.
Literatur
- Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont: www.phoenixcontact.de/funk