Kein Nachzeichnen der R&I notwendig

Bild 02: Einzelne autarke Teilprozesse werden erstellt und bilden in ihrer Gesamtheit ganze Prozessabläufe ab, wodurch sich die Komplexität der Anlage deutlich verringert und jedes erstellte Modul nach dem Motto Copy-and-paste die Möglichkeit zur erneuten Verwendung bietet.
Obwohl einige Modul-Engineering-Lösungen – zum Beispiel der MTP Designer – die R&I (Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema) nachbilden, dient die Software nicht als Ersatz für die klassischen R&I-Tools. Durch die Verwendung des MTP Designer müssen die R&I nicht nachgezeichnet werden, denn über eine Funktion lassen sie sich einfach importieren. Neben dem Dexpi-Format hat sich dazu das datentechnisch reduzierte Requirement-MTP (rMTP) etabliert. Die rMTP-Datei liefert die HMI-Aspekte, die vom R&I leicht abgeleitet werden können. Anschließend werden diese durch Services und Kommunikationsaspekte erweitert. Das ermöglicht ein durchgängiges Engineering mit automatischer Übernahme von Projektinformationen (Bild 4).
Fazit
Flexibilität, Offenheit und Kostendruck gehören zu den aktuellen Herausforderungen der Prozessindustrie. Der modulare Anlagenbau eröffnet auf Basis von MTP und der zugehörigen MTP-Norm eine Option zur Bewältigung dieser und weiterer Anforderungen: Statt auf die herkömmliche Weise können bei Pilot-ebenso wie Kundenprojekten einige Aufgaben durch die Nutzung von MTP flexibel, herstellerunabhängig sowie mit deutlicher Zeit- und Kostenersparnis umgesetzt werden.
Einsatzbereiche und Vorteile des MTP-Konzepts
Potenzielle Anwendungsbereiche:
- Anlagen der Chemie- und Pharmaindustrie (insbesondere Anlagen für Batchprozesse),
- Power-to-X-Anlagen
- und vieles mehr.
Einsatz von MTP im modularen Anlagenbau:
- zur Erstellung von MTP-Dateien als Treiber-Datei für PEA (Process Equipment Assembly),
- für die Integration der PEA in der POL (Process Orchestration Layer) zu einem Gesamtsystem und
- als weltweiter Standard bei Konformität mit der MTP-Norm.
Funktionen des MTP Designer:
- automatisches Übernehmen des R&I (Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema) mittels einer rMTP-Datei,
- automatische Generierung von Teilen des Projektrumpfs,
- automatisches Anlegen von Variablen und
- Erstellen von Diensten.
Vorteile des Ansatzes:
- Verbesserung wesentlicher Anlagen-KPI,
- Reduzierung des Engineering-Aufwands,
- Verringerung von Markteintrittszeiten,
- Senkung von Kosten,
- Flexibilisierung und Skalierung der Anlage sowie
- Offenheit durch die Einbindung herstellerunabhängiger Komponenten und Systeme innerhalb einer Anlage.
Literatur
- Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont: www.phoenixcontact.com/de-de/modulare-produktion

