Sicheres Arbeiten und fehlerfreie Schutzprüfungen

Bild 3: Einfach, sicher und schnell: die fehlerfreie Schutzgeräteprüfung erfolgt mit Fame 2 (Quelle: TEN)
Inzwischen nutzt TEN im Umspannwerk Apolda das modulare Prüfstecksystem Fame 2 von Phoenix Contact. Die Kontaktierung des Prüfgerätes erfolgt mit den 14-poligen Prüfsteckern in einem einzigen Steckvorgang. Es müssen keine Trennschieber mehr nacheinander betätigt werden, womit eine Fehlerquelle entfällt (Bild 3).
Eine im Fame-Drehgriff integrierte Mechanik mit Rastfunktion sorgt für ein geradliniges und koordiniertes Herausziehen. Dabei zeigt ein Sichtfenster mit Ampelfarben den Verriegelungsstatus an (Bild 4).
Mit dem Prüfstecksystem Fame lassen sich individuell angepasste Prüfsteckdosen für die unterschiedlichen Prüfungen aufbauen – wie etwa unabhängiger Maximalstrom-Zeitschutz (UMZ) oder Distanzschutz. Ein Zubehörprogramm – wie etwa farblich gekennzeichnete ein- bis vierpolige Service-Prüfstecker – erleichtern die Arbeit zusätzlich. Mit dem einpoligen Stecker können zum Beispiel Einzelmessungen oder die Trennung des Aus-Signals zum Hochspannungsschalter vom Schutzgerät ohne Beeinflussung weiterer Funktionen durchgeführt werden. »Der integrierte Drehgriff, die Führungsnasen, die Kodierungsmöglichkeit, die Sichtbarkeit der gesteckten Brücken im Stecker und nicht zuletzt die Verriegelung des Prüfstecksystems entsprechen genau unseren Anforderungen«, ergänzt Paul Sicker, Referent für Hochspannungstechnik bei der TEN. »Mit dem Prüfstecksystem Fame 2 führen wir Schutzprüfungen jetzt sicher und fehlerfrei durch.«
Schutzgeräte prüfen ohne abzuschalten
Ein großer Teil der mehr als 16.000 dezentralen Erzeugungsanlagen – darunter zahlreiche PV- und Windkraftanlagen – sind an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Die Prüfung der zugehörigen Netzschutzgeräte erfordert eine rechtzeitige, sorgfältige und umfangreiche Planung und Organisation. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass aller vorbereitenden Maßnahmen zum Trotz eine termingerechte Abschaltung häufig kurzfristig abgesagt wird – und die geplante Netzschutzprüfung verschoben werden muss. In den Umspannwerken des TEN-Netzgebietes ist das jedoch die Ausnahme. Aufgrund der steigenden Integration dezentraler Erzeugungsanlagen besonders in das Mittelspannungsnetz ist mit dieser Situation künftig allerdings häufiger zu rechnen.
Abhilfe schafft hier eine von der TEN entwickelte Interims-Schutzlösung (vgl. Aufmacherbild). Durch Anschluss an das Fame-2-Prüfstecksystem über die genormte Prüfsteckleiste erfolgt der Netzschutz für den zu prüfenden Mittelspannungsabgang durch die Interims-Schutzlösung. Durch bloßes Stecken des Prüfsteckers in die Prüfsteckleiste wird das Interims-Schutzgerät automatisch eingeschleift. Gleichzeitig wird das zu prüfende Schutzgerät mit dem Prüfgerät verbunden. Somit werden die Netzschutzfunktionen für den betroffenen Leitungsabschnitt oder Transformator auch während des Prüfvorganges aufrechterhalten.