Bild vom Cern

Das Cern, die Europäische Organisation für Kernforschung, ist eine Großforschungseinrichtung in der Nähe von Genf/Schweiz. ABB wird hier digitale Leistungsdaten von Hunderten von elektrischen Industriemotoren erfassen, um das Cern bei der Verbesserung der Energieeffizienz seiner kritischen Kühlsysteme zu unterstützen Quelle: Cern)

Das Cern ist eine Forschungseinrichtung für Teilchenphysik. Nach ABB-Angaben entfallen derzeit 20 % des Gesamtenergieverbrauchs auf Motoren für den Antrieb von Pumpen, Lüftern, Kompressoren und Kühltürmen. Das entspricht einem Wert von  – rund 260 GWh.

"Unsere Innovationspartnerschaften helfen uns, mit unserer Arbeit, mit der wir die Grenzen von Wissenschaft und Technik am Cern neu definieren, positive Auswirkungen auf die Gesellschaft zu erzielen", sagte Han Dols, Head of Business Development & Entrepreneurship am Cern. "Durch unsere Kooperation mit ABB wollen wir neue Erkenntnisse für die Reduzierung unseres Stromverbrauchs gewinnen. Wir hoffen zudem, dass auch andere große Forschungseinrichtungen und die Industrie unserem Beispiel folgen. Daher haben wir mit ABB vereinbart, die Erfahrungen aus diesem Projekt öffentlich zugänglich zu machen."

Mari E. Haapala, Digital Lead von ABB Motion, führte aus: "Unsere Partnerschaft mit dem Cern wird veranschaulichen, wie wir von Erkenntnissen aus digitalen Energieverbrauchsanalysen und Condition-Monitoring-Diensten profitieren können, die bessere Entscheidungen über die elektrischen rotierenden Maschinen in einer Großforschungseinrichtung ermöglichen. Als Partner des Cern freuen wir uns darauf, die Einrichtung auf ihrem digitalen Weg in eine energieeffiziente Zukunft zu unterstützen."

Die Partnerschaft soll ermöglichen, digitale Leistungsdaten von Hunderten von elektrischen Industriemotoren und -anwendungen zu erfassen. "ABB-Experten werden die Daten analysieren und präzise ermitteln, wie viel Energie an welchen Stellen durch die Anpassung von Zeitplänen und Lasten oder die Umrüstung auf hocheffiziente Motoren und Frequenzumrichter eingespart werden kann. Mit diesem Ansatz lässt sich der Energieverbrauch in der Regel um 15 % oder mehr reduzieren", heißt es von Unternehmensseite.

Die Daten sollen auch für das Condition Monitoring genutzt werden, um einen zuverlässigen Betrieb der Kühl- und Lüftungssysteme zu gewährleisten. "Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Vibrationen feststellen, die auftreten, wenn sich Komponenten dem Ende ihrer Lebensdauer nähern. So können die Ingenieure des Cern die Wartung im Voraus planen, um die Verfügbarkeit der Kühlsysteme zu sichern. Fallen diese ungeplant nur 30 min aus, kann dies ein Experiment für 48 h unterbrechen. Die Umstellung von reaktiver auf vorausschauende Wartung wird auch die Wartungskosten senken", so die ABB-Experten.

Zusätzlich will das Team digitale Zwillinge des Systems erstellen. Mit deren Hilfe soll das Cern bei der Entwicklung von Anpassungen der Kühlung für neue Experimente und Infrastrukturen fortgeschrittene Diagnosen durchführen und Szenarien offline testen können. Als Endergebnis des Projekts ist ein Fahrplan geplant, der dem Cern weitere Energieeinsparungen und die Verringerung seiner Umweltauswirkungen ermöglichen soll.

ABB (ih)

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