Liebherr vernetzt mit der Wago IoT Box auf Basis des Controllers PFC200 flexibel Maschinen und Prozesse

Liebherr vernetzt mit der Wago IoT Box auf Basis des Controllers PFC200 flexibel Maschinen und Prozesse. (Quelle: Wago)

Schweißroboter sind eine unverzichtbare Fertigungstechnologie für die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH. Wie alle industriellen Anlagen und Maschinen produzieren auch die Schweißroboter viele Daten. Smart angewendet steigern sie Wertschöpfung und Effizienz – nicht nur in der Fertigung, sondern auch in vielen anderen Aufgabenfeldern, wie im Finanz-Controlling und der Instandhaltung, im IT-Management oder im Einkauf.

Dafür müssen die relevanten Daten ausgelesen werden, sie müssen konsolidiert, analysiert und mit anderen Daten verknüpft werden. Für all diese Aufgaben hat die Liebherr IT-Services GmbH eine leistungsstarke, skalierbare Infrastruktur geschaffen: eine kompakte, modular gestaltete Wago IoT Box. Sie nimmt über ein Netzwerkkabel Maschinendaten auf, wertet sie aus und stellt sie übergeordneten Systemen zur Verfügung.

Problemlöser für verschiedenste Fachbereich

Damit wird die Wago IoT Box zum „Problemlöser für verschiedenste Fachbereiche“, so Torben Handeck, Leiter Programmierung und Schweißtechnik bei der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH. Konkretes Beispiel sind die Schweißdrahtfässer, die Schweißroboteranlagen mit Material versorgen. „Wir können dort jetzt eine Waage nachrüsten und diese an die Wago IoT Box anbinden. Die Mitarbeiter haben damit jederzeit im Blick, wie viel Draht sich noch in den Fässern befindet. So können sie rechtzeitig für Nachschub sorgen. Ebenso könnten auch die Verbrauchsdaten dem Einkauf automatisiert zur Verfügung gestellt werden. Theoretisch könnten wir die Daten sogar direkt an einen Dienstleister weitergeben, der dafür sorgt, dass die Anlage zuverlässig mit ausreichend Schweißdraht versorgt ist. Auf diese Weise gewinnen wir erheblich an Effizienz!“

Der Konzern rüstet sich mit der Wago IoT Box gleichzeitig für künftige Chancen und Anforderungen: Mit dieser Infrastruktur verfügen die Liebherr-Hydraulikbagger GmbH und die anderen Liebherr-Werke über eine informationstechnologische Basis, auf der sie Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen können.

Insellösungen werden überflüssig

Herzstück der Wago IoT Box ist der PFC200-Controller von Wago. Er nimmt alle relevanten Daten der Anlage oder Maschine auf, die nicht von der Maschinensteuerung erfasst werden. „Reicht die Basiskonnektivität des PFC200 einmal nicht aus, kann sie dank des modularen Systems von Wago einfach durch zusätzliche IO-Einheiten oder Feldbuskoppler erweitert werden“, erläutert Matthias Morath, PLM Innovation Consultant bei der Liebherr-IT Services GmbH.

Dadurch kann praktisch jede Anlage an die Infrastruktur angebunden werden, unabhängig von Hersteller und Alter und ohne dass nennenswerter Aufwand entsteht, Das ist gerade für Unternehmen mit breit gefächertem Produktportfolio, wie es bei der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH der Fall ist, ein großer Vorteil. Und: „Dank der Flexibilität des Controllers müssen wir nicht für jede Digitalisierungsaufgabe ein separates System implementieren“, so M. Morath.

Die Harmonisierung der Daten auf ein definiertes Datenmodell erfolgt direkt auf dem PFC200. Dort kommt entweder ein SPS-Programm oder ein Mikroservice zum Einsatz, der als maßgeschneiderter Docker-Container auf dem Wago-Produkt läuft. „Das hat nicht zuletzt den Vorteil, dass die IT die Software weltweit mit einem Standard-Tool pflegen, orchestrieren und mit Blick auf neue Use-Cases weiterentwickeln kann“, fasst M. ­Morath zusammen. Mit Protokollen wie MQTT werden die harmonisierten Daten dann in die übergeordneten Systeme auf einem Server oder in eine Cloud, etwa für Predictive Maintenance oder PLM, übertragen. Alternativ könnten die nicht harmonisierten Rohdaten in die Systeme gespielt werden.

Liebherr hat sich an zentraler Stelle für Wago entschieden. „Wie Liebherr stellt Wago den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt, beim Service genauso wie bei der Technologie“, sagt M. Morath. Selbstverständlich habe Liebherr beim Auswahlprozess aber auch einen harten Benchmark für die Hard- und Software angelegt. „Hier haben sich die Leistungen von Wago klar von denen der Konkurrenz abgehoben.“

Zudem beteiligt sich Liebherr mit seiner Wago IoT Box am „European 4.0 Transformation Center“ (E4TC) der RWTH Aachen. In diesem erprobt die Hochschule zusammen mit namhaften Partnern aus Industrie und Forschung Technologien zur Umsetzung von Digitalisierungsstrategien. Gekoppelt mit einer Laserschneidemaschine will Liebherr hier mögliche Einsatzfelder der Box demonstrieren und deren Weiterentwicklung vorantreiben.

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