Unterschiedliche Lebenszyklen von Soft- und Hardware

Dr. Andreas Graf-Gatterburg ist Principal Technology Consultant bei der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH (Quelle: Hilscher)
Im Gegensatz zu Maschinenhardware, die einmal gebaut und ausgeliefert nur selten verändert wird, haben IIoT Softwarelösungen einen anderen Lebenszyklus. Neue Anforderungen lassen sich mit Software schnell und flexibel auf bestehender Hardware realisieren. Jedoch ist es bei Software üblich, häufigere Updates mit Sicherheitsfunktionen, neuen Features oder neuen Anbindungen an Drittsysteme einzuspielen. Auch Konfigurationsänderungen sind mit Softwarelösungen an der Tagesordnung. Hersteller von Maschinen und Geräten sowie Endanwender müssen sich also vermehrt damit befassen, wie sie die Softwarelebenszyklen organisieren.
Containerisierung macht Applikationen portabel
Die maschinennahe Verarbeitung von Daten mittels Edge Computing am Netzwerkübergang zur IT-Welt spielt dabei eine gewichtige Rolle. Cloud-Computing, also die zentrale Verarbeitung von Daten in Rechenzentren, erfüllt hier oft nicht den Bedarf nach hoher Verfügbarkeit bei geringer Latenz- und Verarbeitungszeit – das gilt vor allem hinsichtlich einer stetig wachsenden Menge an zu verarbeitenden Daten. Datenverarbeitungsprogramme zur Analyse und maschinellem Lernen entspringen gewöhnlich Hochsprachen, wie C# oder .Net. Die Option, diese Programme auf klassische SPS-Systeme zu portieren, ist aufgrund ihrer physischen Programmgröße schlichtweg nicht realisierbar.
Um IIoT-Lösungen in einem neuen oder bestehenden Portfolio umsetzen zu können, müssen Anwender also Prozessorleistung und Arbeitsspeicher in Form von Zusatzgeräten an der Edge integrieren. Das muss überall dort geschehen, wo IT-Lösungen in die Fertigung rücken sollen und einfache Steuerungen einen limitierenden Faktor darstellen. Hier ist auch die Methode der Containerisierung von Software besonders herauszustellen. Sie macht Applikationen portabel und entlang ihres Lebenszyklus einfach verwaltbar – insbesondere in den dezentralen Edge- Einheiten von einer zentralen Stelle aus. Das ist gerade dann von großer Relevanz, wenn Gerätesoftware reaktionsschnell auf dem aktuellen Stand der Sicherheit zu halten ist und Updates dann aus der Ferne und auch über das Internet durchgeführt werden können.